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Ballon-Jump_Elias-Schwaerzler

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World’s First: Elias Schwärzler fährt mit dem Mountainbike auf einem Heißluftballon

Mountainbiken in 950 Metern Höhe, zwei Frontflips im freien Fall und eine Landung am Fallschirm: Elias Schwärzler hat drei Extremsportarten in einem einzigen Stunt vereint. Für die spektakuläre Aktion auf einem fahrenden Heißluftballon bereitete sich der österreichische Freerider gemeinsam mit seinem Team rund zwei Jahre lang vor.

Elias Schwärzler ist für Projekte bekannt, die weit über gewöhnliches Mountainbiken hinausgehen. Nachdem der Österreicher bereits mit 272 km/h auf einem Fahrrad einen Guinness-Weltrekord aufgestellt hatte, suchte er für seine nächste Aktion offenbar nicht einfach nach einer neuen Line, einer größeren Rampe oder einem noch schnelleren Bike. Stattdessen verlegte er den Trail dorthin, wo es weder festen Boden noch eine zweite Chance gibt: auf die Oberseite eines fahrenden Heißluftballons.

In rund 950 Metern Höhe fuhr Schwärzler mit einem speziell aufgebauten MTB über die gespannte Außenhaut des Ballons. Am Ende seiner kurzen, aber hochkomplexen Linie sprang er mitsamt dem Bike ab, drehte zwei Frontflips im freien Fall und landete anschließend sicher am Fallschirm. Nach Angaben seines Teams handelt es sich um den weltweit ersten Stunt dieser Art. Eine durchgehende Sequenz, in der Mountainbiken, Ballonfahren und Basejumping miteinander verbunden werden.

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Mountainbiken ohne festen Untergrund

Schon die Ausgangslage macht deutlich, wie ungewöhnlich das Projekt war. Schwärzler befand sich nicht im Korb des Ballons, sondern oben auf dessen Hülle. Diese bot weder einen ebenen noch einen stabilen Untergrund. Die gespannte Oberfläche war rund 100 Grad heiß und bewegte sich permanent mit dem Ballon.

Für einen Mountainbiker bedeutet das eine völlig andere Situation als auf einem Trail oder einer Rampe. Reifen, Balance und Körperposition reagieren auf einem festen Untergrund berechenbar. Auf der nachgiebigen Ballonhülle konnte dagegen bereits eine kleine Gewichtsverlagerung entscheidend sein. Gleichzeitig musste Schwärzler genügend Geschwindigkeit aufbauen, um kontrolliert abzuspringen und die geplanten Rotationen einzuleiten.

Der eigentliche Ride dauerte nur wenige Sekunden. Doch in diesem kurzen Moment mussten sämtliche Abläufe exakt ineinandergreifen: der letzte Meter auf der Ballonhülle, der Absprung, das Loslassen des Bikes, die beiden Frontflips und schließlich das rechtzeitige Öffnen des Fallschirms. Ein falsch gesetzter Impuls oder eine minimale Verzögerung hätte gravierende Folgen haben können.

 


Zwei Jahre Vorbereitung für wenige Sekunden

Hinter der Aktion standen rund zwei Jahre Planung und Vorbereitung. Die Idee allein war dabei vermutlich noch der einfachste Teil. Schwärzler und sein Team mussten zunächst klären, wie Fahrer und Bike überhaupt sicher auf den Ballon gelangen konnten und wie sich das Mountainbike während der Ballonfahrt befestigen ließ.

Hinzu kamen zahlreiche technische und logistische Fragen. Welche Flughöhe bietet genügend Zeit für die Rotationen und das Öffnen des Fallschirms? Wie verhält sich die Ballonhülle unter dem Gewicht von Fahrer und Bike? Wie muss der Absprung erfolgen, damit Schwärzler nicht mit dem Ballon, dessen Seilen oder dem Fahrrad kollidiert? Und wie lässt sich eine sichere Landezone bestimmen, wenn der gesamte Startpunkt vom Wind abhängig ist?

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Nach Angaben des Teams wurden die einzelnen Abläufe über Monate geplant, getestet, verändert und teilweise wieder verworfen. Die Befestigung des Bikes, die Absprunghöhe, die Rotation im freien Fall und die Fallschirmlandung mussten als zusammenhängendes System funktionieren. Anders als bei einem klassischen Mountainbike-Stunt konnte nicht einfach nur die Rampe optimiert oder die Geschwindigkeit angepasst werden. Die Aktion war von Wetter, Luftfahrt, Ballontechnik, Bike-Kontrolle und Fallschirmsprung gleichermaßen abhängig.


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Zwei Frontflips in die Tiefe

Auch nach dem Absprung war der Stunt längst nicht beendet. Schwärzler löste sich mit dem Mountainbike von der Ballonhülle und leitete zwei Frontflips ein. Die Rotationen mussten schnell genug erfolgen, um sie innerhalb der verfügbaren Fallhöhe abzuschließen. Gleichzeitig durfte er beim Abstoßen nicht unkontrolliert ins Trudeln geraten.

Nach den Frontflips trennte sich Schwärzler vom Bike und stabilisierte seine Position für die Öffnung des Fallschirms. Erst als der Schirm vollständig geöffnet war und die anschließende Landung sicher gelang, stand fest, dass das Projekt funktioniert hatte.

Gerade diese Verbindung mehrerer Disziplinen unterscheidet die Aktion von vielen bekannten Bike-Stunts. Der Ride auf dem Ballon wäre bereits für sich genommen außergewöhnlich gewesen. Der Absprung mit zwei Frontflips und der anschließende Fallschirmflug machten daraus jedoch ein Projekt, das sich kaum noch einer einzelnen Sportart zuordnen lässt.

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Vom Geschwindigkeitsrekord in die Luft

Für Schwärzler ist der Ballon-Stunt der nächste Meilenstein nach seinem Geschwindigkeitsweltrekord aus dem Jahr 2022. Damals erreichte er auf einem handelsüblichen SCOTT Gambler eine Geschwindigkeit von 272 km/h und wurde damit zum schnellsten Menschen auf einem Fahrrad.

Beide Projekte könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Beim Geschwindigkeitsrekord ging es um eine möglichst hohe Endgeschwindigkeit auf gerader Strecke. Beim Ballonprojekt standen dagegen Balance, Timing, Luftkontrolle und die präzise Abstimmung unterschiedlicher Systeme im Mittelpunkt.

Gemeinsam ist beiden Aktionen jedoch, dass das Mountainbike nicht nur als Sportgerät innerhalb klassischer Strecken und Wettbewerbe verstanden wird. Schwärzler nutzt das Bike vielmehr als Ausgangspunkt für Projekte, die Elemente aus Film, Stunt, Technik und anderen Extremsportarten miteinander verbinden.

Ein Bike-Stunt, der größer ist als der eigentliche Trick

Zwei Frontflips gehören im Freeride-Mountainbiking längst zum bekannten Trickrepertoire. Auch Fallschirmsprünge und Ballonfahrten sind für sich genommen nichts Neues. Die Besonderheit entsteht durch den Ort und durch die Kombination.

Ein Heißluftballon ist keine Rampe. Seine Flugbahn lässt sich nicht wie eine feste Strecke kontrollieren, seine Hülle wurde nie als Untergrund für ein Mountainbike entwickelt und der Wind bestimmt permanent Geschwindigkeit und Position. Dadurch wurde aus einem vermeintlich kurzen Trick ein komplexes Projekt, bei dem zahlreiche Risiken gleichzeitig beherrscht werden mussten.

Die spektakulären Bilder sind deshalb nur der sichtbare Abschluss einer langen Entwicklungsphase. Der eigentliche Erfolg liegt nicht allein in den beiden Frontflips, sondern darin, dass Ballonfahrt, Mountainbike-Ride und Fallschirmsprung in einer einzigen flüssigen Sequenz funktionierten.

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