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Exklusiv | Red Bull Hardline 2014

Die World Cup Saison 2015 sieht auf jeden Fall viel versprechend aus. Trotzdem wollte Dan Atherton in einem kleinen Tal in Nord Wales ausprobieren, wie weit er die Grenzen beim Downhill verschieben kann. Nach drei Jahren harter Arbeit konnte die Red Bull Hardline vergangenen September endlich statt finden.

Man wollte etwas komplett Neues kreieren und die Welt daran erinnern, wie hart Downhill wirklich sein kann. Der Title "Hardline" ist eine klare Untertreibung - aber "Gnarlyasfuckandflatoutwithamassivegap-Line" klingt schließlich etwas umständlich.

Hier ist noch mal das Video. Unten geht's mit dem exklusiven Dan Atherton Interview weiter.

Dan Atherton hat dieses Event organisiert. Obwohl er 2011 sein letzten World Cup Rennen gefahren ist, war er bei der Hardline ganz vorne mit dabei! Foto: Duncan Philpott

Nachdem für dieses Event nur eine Postleitzahl und ein Datum genannt wurde, waren wir uns nicht wirklich sicher, was uns erwarten würde. Es hätte alles sein können – von ein paar Vans auf einem Feld bis hin zu einem schonungslosem Rennen. Am Ende war es irgendwas dazwischen. Das Rennen war definitiv schonungslos, aber es hat sich auch ein bisschen angefühlt wie die Rennen früher – nur, dass die Junioren von früher heute die Weltelite des Downhill World Cups ist. Danny Hart, Brendan Fairclough, die Atherton Brüder, Joe Smith, Mike Jones, Sam Dale, Gareth Brewin, Loic Bruni und Nico Vink – all diese Namen standen auf der Startliste.

Die Atmosphäre rund um das Fahrerlager und das große Tipi war sehr entspannt, fast wie auf einem Festival. All die Rennfahrer haben ihren Teil während der Saison geleistet. Das hier war das letzte große Event, bevor die Bikes erstmal weg gepackt und durch motorisierte Spielzeuge ersetzt werden.

Der Druck war verschwunden, so wirkte es zumindest, bis die Fahrer vom Trackwalk zurück gekommen sind. Die lockeren Scherze wurden durch ungute Vorahnungen ersetzt und spätestens beim Training lagen die Nerven blank. Schaut man sich an, was die Fahrer hier vor sich hatten, ist das sicherlich nicht überraschend. Trotzdem ist es komisch, wenn Weltklasse Fahrer zusammen gepfercht in einem Land Rover sitzen und sich anschweigen, während der V8 sie zum Einstieg der Strecke bringt. Der Druck wurde förmlich greifbar, auch wenn immer noch gescherzt wurde. Dieses Ding war ein echtes Monster und alle Fahrer mussten alles geben, um hier durch zu kommen.

Die Fahrer ließen diesen monströsen Drop auf sich wirken. Dabei gehörte der noch zu den leichteren Abschnitten! Foto: Duncan Philpott

Dan Atherton im Interview

Dan Atherton kommt vielleicht nicht an den Medien-Lifestyle seiner Geschwister ran. Aber wenn es darum geht eine Schaufel in die Hand zu nehmen oder in einen Bagger zu steigen macht ihm keiner so schnell etwas vor! Wir haben uns eine Runde mit Dan und seinem Kumpel Olly Davey unterhalten, um mehr über das Riesen-Projekt Red Bull Hardline zu erfahren.

Dirt: Dan, wie hat das alles angefangen und warum?

Dan: Ich stehe schon sehr lange mit Red Bull in Kontakt, um ein Event zu organisieren, das cool aber auch anders wird. Wir hatten viele Treffen und unzählige Diskussionen, aber als wir die richtige Location gefunden haben und grünes Licht gegeben wurde, haben wir einfach los gelegt. Die Idee dahinter war, die Grenzen noch etwas weiter zu verschieben und Leuten zu zeigen, wie krass Downhill wirklich ist.

Dirt: Wolltest du daraus ein Rennen machen?

Dan: Ja auf jeden Fall! Man muss einfach einen gewissen Wettkampf bieten, wenn man solche Fahrer zusammen bringen möchte.

Dirt: Wie habt ihr die Strecke geplant?

Dan: Olly hat einen Snowboard-Hintergrund. Er weiß also, wie man das meiste aus dem Berg rausholt und es möglichst flowig gestaltet. Genau genommen haben wir eine bereits existierende Strecke genommen und einfach noch etwas dazu gebaut. Die Features sollten auf jeden Fall groß werden. Wir wollten nicht, dass die Fahrer bei den Sprüngen tricksen können. Das Motto war: Wenn man bei einem Sprung noch bequem einen Trick einbauen kann, dann ist er definitiv nicht groß genug.

Dirt: Ist dieses Road Gap das Größte, was du jemals gebaut hast?

Dan: Na ja, eigentlich hat Olly das gebaut, er war fast zwei Wochen damit beschäftigt. Ja, es ist echt groß, aber nicht so groß wie das Ding im Revolution Bike Park, wobei es echt nah dran ist. (Anmerkung: das Road Gap wird gut 18-20m weit sein)

Dirt: Wie haben die Fahrer reagiert, als sie die Strecke zum ersten Mal gesehen haben?

Dan: Ich glaube, dass sie nervös waren. Sie wussten, dass es hart wird, aber für World Cup Fahrer war dieses Rennen mental schon ziemlich hart. Sie haben sich alle darauf gefreut, sie waren aber definitiv auch nervös.

Dirt: Wie geht es mit der Hardline weiter? War das ein einmaliges Event?

Dan: Wir planen auf jeden Fall das noch mal zu machen. Aber wir wollen es noch größer machen und das Format etwas verbessern. Es hat jetzt beim ersten Mal schon echt gut geklappt, was echt cool war.

Steiler als bei der Red Bull Hardline wird es nicht. Foto: Duncan Philpott

RENNEN BLEIBT RENNEN

Kurz nachdem die Fahrer vom World Cup Druck befreit wurden, hieß es, dass sie auf einem Feld in Wales auftauchen sollen, um auf einer neuen Strecke ein bisschen Spaß zu haben. Das klang sicherlich wie ein entspannter Saisonabschluss, aber es war dann doch nicht so einfach!

Obwohl die Fahrer nervös waren, haben sie noch mal alles gegeben. Danny Hart hat gleich beim ersten Versuch alle Sprünge mitgenommen. In seinen Worten: „Man muss sie einfach hinter sich bringen.“. Einer nach dem anderen ist nach dem Training über die Ziellinie gerollt und man konnte an ihrer Körpersprache deutlich ihre Emotionen ablesen. Am Morgen waren einfach noch alle froh, wenn sie es bis ins Ziel geschafft haben. Am Nachmittag konnte man dann schon am Grinsen erkennen, dass sie sich auf die nächste Runde gefreut haben. Es war wirklich ein schmaler Grad, aber wer am Ende alles richtig gemacht hat, durfte sich auf eine fette Belohnung freuen.

Nach dem Training war klar, dass die Strecke wirklich perfekt gebaut war. Dan hat etwas geschaffen, was die Grenzen im Downhill Bereich wirklich verschieben könnte. Die Atmosphäre war weiterhin entspannt. Bevor es früh ins Bett ging, wurde bei ein paar Bierchen noch mal über die Highlights des Tages gesprochen. Morgen sollte ein großer Tag werden.

Loic Bruni auf der staubigen Strecke. Regen hätte das ganze zu einer unlösbaren Aufgabe gemacht. Foto: Duncan Philpott

Race Day

Abgesehen von diesem Ausmaß, der Steilheit, den massiven Sprüngen und den unglaublichen Geschwindigkeiten, war das immer noch ein Rennen. Manche Fahrer wollten einfach nur irgendwie über die Ziellinie kommen. Aber Danny Hart, Dan und Gee Atherton, Loic Bruni und Brendan Fairclough waren da, um das Rennen zu gewinnen. Dan ist seit 2011 bei keinem World Cup Rennen mehr an den Start gegangen, trotzdem kam er an die Zeiten seines Bruders und denen von Danny Hart und Brendan Fairclough ran.

Es galt einen sauberen Run hinzulegen. Gee wurde in der Qualifikation Erster, wusste aber, dass Dan sehr schnell sein wird, genau wie Hart, Bruni und Fairclough, die hier in ihrem Element waren. Auch das Wetter spielte mit und es schien den ganzen Tag die Sonne. Danny Hart legte einen soliden Lauf hin und kam mit deutlich unter 4 Minuten über die Ziellinie. Dan und Loic konnten sich ebenfalls über gute Läufe frauen, aber kurz nachdem Loic ins Zile kam, erreichten uns die Neuigkeiten, dass es Fairclough erwischt hat. Auf dieser Strecke möchte man wirklich an keiner Stelle stürzen! Kurz darauf gab es aber glücklicherweise die Entwarnung, dass er wieder zurück auf seinem Fahrrad ist. Nachdem er mit ein paar Kratzern und blauen Flecken über die Ziellinie kam, kommentierte Brendan das intensive Rennen:

Es ist wirklich hart sich auf einen kompletten Lauf zu konzentrieren. Die Strecke ist von Anfang bis Ende extrem intensiv, nicht mit dem „do or die“ Flair der Rampage, aber es ist ein Rennen, also muss man die Risiken bei jedem Hindernis genau kalkulieren – Brendan Fairclough

Während Danny weiterhin im Hotseat saß, gab es nur noch einen weiteren Fahrer auf der Strecke, nämlich Gee Atherton. Er war auf jeden Fall gut dabei, er musste dieses Niveau aber über die ganze Strecke halten. Wir wussten nicht genau, was los war, aber nach ein paar Abschnitten erreichte uns die Nachricht, dass auch Gee gestürzt ist und damit keine Chancen mehr auf den Sieg hatte. Gee rollte über die Ziellinie und ging gleich zu Danny, um ihm zu gratulieren. Man hat ihm aber deutlich die Enttäuschung angesehen, dass es ausgerechnet auf der Strecke seines Bruders nicht geklappt hat.

 

Ergebnisse

1. DANNY HART  (3.39.081)

2. DAN ATHERTON  (+2.410)

3.LOIC BRUNI (+ 8.351)

Mit seinem soliden Lauf konnte Danny die erste Hardline gewinnen. Foto: Duncan Philpott

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