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Katy Curd: Die 4X Weltmeisterin im Interview

Katy Curd ist die frisch gebackene 4X Weltmeisterin! Dabei wollte sie sich dieses Jahr voll und ganz auf ihre Karriere als Downhill Racerin konzentrieren. Seit 2007 mischt Katy zweigleisig im Renngeschehen mit und konnte über Jahre die 4X Szene dominieren. Die Weltmeisterschaft war aber vorerst ihr letzter Auftritt auf dem 4X Track. Jetzt möchte sie sich voll und ganz dem Downhill widmen. Wir dürfen also gespannt sein, ob sie die Mädels ähnlich aufmischen wird, wie im 4X!

Im Interview erzählt Katy Curd ein bisschen mehr über ihre 4X Zeiten, welche Unterschiede es beim Training gibt und was sie sich von der Downhill Saison erwartet.

Was hat dich dazu gebracht, wieder zum Downhill zurück zu kehren, nachdem du die letzten Jahre 4X Rennen gefahren bist?

Ich habe 2007 angefangen Downhill Rennen zu fahren, dabei bin ich eigentlich immer nur auf den Rennen aufgetaucht und wortwörtlich nur bergab gefahren. Nachdem ich die letzten Jahre professionell 4X gefahren bin und all meine Ziele erreicht habe, möchte ich mich weiter pushen und 100% trainieren, um auch beim Downhill an die Spitze des Sports zu gelangen – nicht nur in Großbritannien, sondern auch auf World Cup Niveau!

Wie war die Umstellung von 4X zurück zu Downhill?

Es ist hart! Ich habe eine richtige Lernkurve hingelegt! Das Level ist heute so viel höher, wenn man oben mitmischen will, muss man wirklich 100% dabei sein was das Training, die Ernährung und auch die Entspannungsphasen betrifft. Ich denke schon, dass ich in der Lage bin Downhill Rennen zu fahren, aber es gibt immer noch so viel, was ich lernen muss und ich muss viel fitter und stärker werden, um mit den Mädels an der Spitze mithalten zu können. Ich lerne bei jeder Fahrt und bei jedem Rennen dazu und genieße wirklich jede Sekunde!

Wie unterschiedet sich das Training in den verschiedenen Disziplinen?

Für die 4X Rennen habe ich zwei Mal am Tag trainiert. Ich war viel im Fitnessstudio beim Krafttraining. Wir mussten fit sein, aber eben nur für 40 Sekunden Sprints, diese dafür aber immer und immer wieder. Die Basis von diesem Training besteht also aus Kraftübungen und den richtigen Skills für BMX Strecken.

Für Downhill wusste ich, dass ich viel fitter werden müsste. Also hab ich über den Winter viel mit Andy Wadsworth trainiert, wobei es mehr um Ausdauertraining ging. Die richtige Fitness-Grundlage habe ich auf dem Rennrad und dem Turbo Trainer aufgebaut. Als es dann immer mehr Richtung Saison ging, haben wir mehr Downhill und XC Tage eingelegt, um auch die Fahrtechnik weiter auszubauen. Das Training war eine Riesen-Umstellung, aber das war viel besser für mich, weil das Training dadurch frisch und interessant bleibt und ich weiterhin motiviert bin.

Nachdem du dich den Winter über auf dein Downhill Training konzentriert hast, wie hat es sich angefühlt deine wahrscheinlich letzte 4X Weltmeisterschaft zu bestreiten?

Es war wirklich komisch für mich! Nachdem ich mich die letzten 3 Jahre lang nur auf dieses eine Rennen konzentriert habe und sich das letzte Jahr so richtig wie “mein Jahr” angefühlt hat, war es wirklich schwer, davon Abschied zu nehmen. Mit dem Wechsel zum Downhill habe ich einen neuen Fokus. Ich wusste immer, dass ich wieder bei den Weltmeisterschaften mitfahren würde, aber es war nicht mehr meine Priorität. Um ehrlich zu sein habe ich mich so sehr auf meine Downhill Rennen konzentriert, dass ich gar nicht so recht an die 4X Weltmeisterschaften gedacht hatte, bis ich eben dort war. Als ich angekommen bin, wurde mir sofort wieder klar, wie viel es mir bedeuten würde dieses Trikot zu gewinnen! Ich wusste genau, dass es meine letzte Chance war. Ich hab im Rennen 100% gegeben und von meinem letzten Rennen mit dem Regenbogen Trikot nach Hause zu kommen, war ein ziemlich gutes Gefühl!

Was hat sich bei den Damen im Downhill verändert, seit du das letzte Mal DH Rennen gefahren bist?

Es hat sich so viel verändert! Das Level der Mädels ist unglaublich, sie pushen wirklich hart. Rachel und Manon liefern sich ein Kopf an Kopf Rennen, das setzt die Messlatte immer weiter nach oben. Alles ist so viel professioneller geworden, was mir überhaupt erst die Augen geöffnet hat, um zu verstehen, wie viel Arbeit in die Vorbereitung für diesen einen Rennlauf fließt. Keiner kann wirklich hinter die Kulissen blicken und sehen, was da vor sich geht, mit all dem Justieren der Dämpfung, der Bikes, der Lines und den Ratschlägen von allen Teams. Es öffnet einem wirklich die Augen, wenn man dabei ist und alles sieht. Heute hat man es wirklich hart, wenn man nicht zu einem professionellem Team gehört.

Wirst du noch mal bei einem 4X Rennen an den Start gehen, oder war es das für dich, jetzt wo du 4X Weltmeisterin bist?

Ich liebe es 4X Rennen zu fahren und es ist so traurig zu sehen, wie es immer mehr verschwindet. Aber es ist auch zu hart bei beiden Rennen an einem Wochenende teilzunehmen. Ich werde wahrscheinlich bei einem nationalen Rennen in Großbritannien an den Start gehen, um mein schönes Trikot tragen zu können! Abgesehen davon war es das mit mir und 4X, so traurig es auch sein mag, aber dafür werde ich jetzt alles beim Downhill geben!

Warum bist du eine der wenigen Frauen, die sich traut im Rennen die Pro Line zu springen?

Entweder mutig oder dumm, wahrscheinlich eher Letzteres! Ich bin damit groß geworden Dirt Jumps zu bauen und zu springen, ich war das typische Spielkind auf dem Bike, immer am bauen, fahren und vergrößern! Man pusht sich selbst, aber wenn man noch jung ist, denkt man einfach nicht an die Konsequenzen! Ich war ständig verletzt, als ich jünger war, aber ich hätte um keinen Preis getauscht! Ich habe so viel daraus gelernt und jetzt kann ich genau abschätzen, wozu ich in der Lage bin und, ob es das Risiko wert ist.

Wie wird es im 4X weiter gehen, wird es wachsen oder interessieren sich die Leute mehr für Downhill und Enduro?

Ich würde so gerne behaupten, dass 4X wächst! Ich möchte wirklich kein schlechtes Wort über den Sport verlieren, da ich 4X so sehr liebe! Es schrumpft zusehends, da immer mehr Leute in andere Disziplinen gedrängt werden. 4X erhält nicht mehr die Berichterstattung, die es verdient. Dadurch können die Fahrer ihren Sponsoren nicht so viel bieten, wie beim Downhill oder Enduro. 4X ist ein toller Sport und ich hoffe, dass es ihn noch lange geben wird!

 Was sind deine Ziele für den Rest der Saison?

Ich sehe dieses Jahr als reinen Lernprozess. Ich weiß, dass ich die Ziele in meiner ersten Downhill Saison nicht zu hoch ansetzen kann und, um ehrlich zu sein, hatte ich auch einfach keine Ahnung, wie es bei den Rennen für mich laufen würde. Jetzt weiß ich schon eher, dass ich bei jeder Runde die Top 10 anpeilen möchte und ein Platz auf dem Podium wäre natürlich das absolute Highlight. Ich wäre auch gerne im britischen Team für die Downhill Weltmeisterschaften, mein Ziel für die nächsten beiden World Cup Runden ist es also, die Kriterien dafür zu erfüllen.

Fotos © Laurence Crossman-Emms

 

 

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