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Love your brain!

Eine Sensibilisierung auf Auswirkungen von Stürzen

Neue Technik und wissenschaftliche Fortschritte erlauben es immer schneller, weiter und höher über uns hinaus zu wachsen. Die Bikes und deren Technologien werden besser und befähigen uns das Unmögliche zu wagen. Die Trails werden steiler, steiniger und schneller gefahren, Dirtjumper ziehen noch verrücktere Tricks über waghalsige Sprünge und es scheint, als werden die Grenzen der Natur neu ausgelotet.
Im Gegensatz dazu stehen unsere körperlichen Voraussetzungen. Der Körper wurde vor Millionen von Jahren von Mutter Natur erschaffen und hat sich seitdem nicht groß verändert, die Technik hingegen sehr. Eine logische Schlussfolgerung ist, dass die Sicherheitstechnik einen Schritt Voraus sein sollte, um all diese Belastungen im Falle eines Sturzes abfangen zu können.

Auswirkungen einer Gehirnerschütterung
Das wohl wichtigste Körperteil ist dabei der Kopf. Ein Sturz „Over the Bars“, kurz „OTB“ gehört zum normalen Mountainbiker Jargon, aber über die Auswirkungen einer Gehirnerschütterung machen sich recht wenige Gedanken. Wiederholte Schädeltraumata führen zu einer strukturellen Veränderung im Gehirn, Stränge von verklumpten Proteinen strangulieren hochsensible Neuronen und führen zu Gedächtnisverlust, Depressionen, Verwirrtheit, Bewegungseinschränkungen und unablässigen Störgeräuschen. Lorraine Truong, eine junge aufsteigende Enduro World Series Racerin für BMC erlitt nach einem Crash bei einem EWS Rennen in Samoens an einer chronisch, traumatischen Enzephalopathie.
Kurze Spaziergänge erschöpfen sie und sind nur mit einem Gehstock möglich. In ihrem Kopf wird das normale Hintergrundbrummen von Gesprächen, Städten, dem alltäglichen Leben, zu einem ohrenbetäubenden Getöse aus Reizen. Helles Licht blendet sie und selbst die einfachsten Aufgaben, die wir alle für selbstverständlich halten, sind ihr nicht immer möglich.
Athleten reden nicht gerne über negative Auswirkungen ihres geliebten Sports und Schwäche zeigt keiner. Aber Gehirnverletzungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Kevin Pearce war einer der Weltbesten Snowboarder. Er stürzte in der Halfpipe und litt an einer traumatischen Gehirn Verletzung (traumatic brain injury TBI). Er musste sein altes Ich aufgeben. Lululemon dokumentierte seinen Weg zurück ins neue Leben:

Präventiv Vorsorgen und MIPS System tragen
Schwedische Wissenschaftler des KTH (Königlich Technische Hochschule) in Stockholm haben das MIPS System für Helme entwickelt, welches das Ergebnis von 30 Jahren Arbeit ist und uns schwere Gehirnerschütterungen ersparen will. Jedoch kann auch dieses System niemanden vor traumatischen Gehirn Verletzungen beschützen, es ist allerdings besser als keine Vorsorge.

Was bedeutet MIPS?
MIPS steht für Multi Directional Impact Protection System, auf gut deutsch: Es ist ein System, welches vor Aufschlägen mit unterschiedlichen Bewegungsrichtungen/ Kraftrichtungen schützen soll.

Klassische Helme absorbieren statische (gerade) Schläge, die unter rechtem Winkel auftreffen und bei denen keine Rotationskraft mitwirken, wie zum Beispiel ein stumpfer Aufprall auf einen Stein mit dem Kopf, ohne Rotationskräfte. Da solche statischen Aufprälle aber eher unrealistisch sind, ist es sinnvoll in einen Helm mit Absorptionssystem zu investieren, welche statische und Rotationskräfte lähmt.

Die gelbe Schicht, welche zwischen Helm und Kopf liegt, wandert bei Stürzen etwa einen Zentimeter nach vorne oder hinten und ist ca 25g schwer.
Der Druck aufs Gehirn im Vergleich mit und ohne MIPS Technologie

Wie wirken Rotationskräfte auf mein Gehirn?
Bei einem Aufprall mit dem Kopf an einem Gegenstand oder auf dem Boden entstehen Kräfte, welche nicht nur in eine Richtung absorbiert werden, sondern sich nach dem Vektorenprinzip aufteilen. Es entsteht die Rotationskraft, welche hilft, die Kraft des Schlages auf den Kopf aufzuteilen. Allerdings bewirkt diese Kraft auch, dass das Gehirn, welches in einer Gehirnflüssigkeit schwimmt, an die Schädelwand schlägt und eine Gehirnerschütterung oder Schlimmeres auslöst. Das MIPS System imitiert diese Flüssigkeit, als weitere Kraft-Absorptionsschicht im Helm, und verringert die Kräfteanzahl, die aufs Gehirn wirken.

Rotationskräfte und schräge Aufprallwinkel kommen in der Praxis bei Stürzen viel öfter vor.

Wie funktioniert MIPS genau?
Beim Aufprall des Kopfes auf den Boden oder auf einen Baum beispielsweise wird viel Energie auf das in der Gehirnflüssigkeit schwimmende Gehirn übertragen. Es schlägt durch das starke Abbremsen von innen gegen den Schädelknochen. Die kompensatorische Kraft der Gehirnflüssigkeit wird überschritten. Das MIPS ist sozusagen eine Kopie dieser Flüssigkeit. Dafür wird in die Außenschale des Helmes eine bewegliche zweite Schale montiert. Diese zweite Schale liegt direkt am Kopf auf.
Wenn nun ein Aufschlag in einem Winkel auftritt, wird die dabei entstehende Rotationskraft nicht auf den Kopf übertragen, sondern durch die Bewegung zwischen erster und zweiter Schale abgebaut.
Dieses System ist sehr effektiv und ohne größere Probleme in jeden Helm zu integrieren. Dabei sollte aber dringend darauf geachtet werden, dass der Helm passgenau sitzt.

Diese Bike-Helm Hersteller integrieren MIPS-Technologie

Bisher weiß die MTB Community noch sehr wenig über die Auswirkungen von Kopfverletzungen. Wahrscheinlich ist noch „zu wenig“ passiert. Es ist an der Zeit ein Bewusstsein zu schaffen und über die Risiken von vermeintlich harmlosen Gehirnerschütterungen aufzuklären. Stoppt eure Kumpels sofort wieder aufs Bike zu steigen, wenn sie auf den Kopf gefallen sind und macht ihnen klar, dass das Gehirn Ruhe und Genesung braucht, auch wenn man sich nicht offensichtlich krank fühlt.

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