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Rider

Remy Morton ist zurück auf dem Bike

Ein Sturz mit tödlichen Folgen, aber Remy Morton überlebte ihn

Remy Morton ist guter Dinge nach seinem Sturz beim Loosefest

Remy Morton stürzte am 21. Juli beim Loosefest in Belgien und verletzte sich schwer. 18 Tage Koma und eine schlechte Prognose konnten den 19jährigen aber nicht einschüchtern. Wie es ihm nun 14 Wochen danach ergeht und wie er einen unglaublichen Lebenswillen zeigt, lest ihr hier im exklusiven Bericht.

Remy Morton ist ein 19 Jähriger Downhill World Cup Fahrer aus Australien mit unglaublichem Talent, Spirit und einer Liebe zum Mountainbike und Sprüngen, die kaum ein anderer aufbringt. Er ist als Privateer im World Cup Circus unterwegs und finanzierte seine letzte Saison mit Crowdfunding und Sponsoren.
Ich habe Remy mit 16 Jahren in einem Nachtclub in Morzine, Frankreich kennengelernt. Er war dort mit ein paar Kumpels am Shredden, denn es lohnt sich nicht während der Saison bis ans andere Ende der Welt nach Hause zu fliegen. Schon auch gar nicht, weil das Geld nicht reichen würde. Deswegen reist Remy, seitdem er Junior ist, mit seinem Downhillbike durch die Welt. Anfangs im Polygon Hutchinson Team von den Geschwistern Tracey und Mick Hannah und seit 2 Jahren nun als Privateer gesponsert von Santa Cruz.

Remy Morton aka Rem-DAWG.

Einladung zum Loosefest
Wer Remys Instagram Account anklickt erkennt, welchen unglaublichen Style und Selbstbewusstsein er auf dem Mountainbike aufs Parkett legt. Er ist kein Neuling auf Monster Sprüngen, wie die der Fest Series und deswegen lud ihn Nico Vink zu seinem Loosefest nach Belgien ein. Dort errichtete Nico im Bikepark „Ferme Libert“ BMX Jumps für das Downhillbike mit 24 Meter Gaps. Nur um durch die Line durchzukommen brauchen die Fahrer ein paar Tage Training. Aber wenn man dann einmal ein Gespür für die Sprünge bekommen hat, gibt es kein geileres Gefühl, so Andreu Lacondeguy, ein Gründungsmitglied der Fest Serie.

Genickbruch – und jetzt?
Remy fuhr die Session seines Lebens, bis er sich dann an den letzten Sprung traute. Keiner hatte ihn zuvor ausprobiert und er war sich auch nicht sicher, mit wie viel Speed er an die „Big Mama“ rangehen sollte. Er überschoss den Sprung, landete Nose-heavy und stürzte. Dabei brach er sich 9 Rippen, welche beide Lungen durchstoßen. Zudem ein gebrochenes Schlüsselbein, Brustbein, Unterarm, wobei ein Nerv beschädigt wurde, eine ausgerenkte Hüfte, und ein Bruch in seiner Halswirbelsäule. Remy war bewusstlos und wurde sodann in ein 18tägiges Koma verlegt.

Bike park laps following @remymorton so happy to see him back on his feet can't wait to ride with him again #loosefest2017 #downhill #bikepark

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Tom Isted folgt Remdawg durch die kleine Line im Bikepark Ferme Libert in Belgien

Remy Morton im Koma, aber seine Ridingbuddies stehen ihm bei

Opiate verwirrten Remy stark
Auf meine Frage, an wie viel Remy sich tatsächlich noch erinnern und ob er sich vorstellen kann jemals wieder zurück aufs Mountainbike zu steigen, antwortet er, dass er nur noch weiß, dass er einen der besten Tage seines Lebens auf dem Bike hatte. Psychologen sagen zu diesem Phänomen, dass es ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers ist. Remy hatte aber komische Träume während er im Koma war. Sein Sommer ging so weiter, wie geplant. Er reiste nach Mont-Saint-Anne zum Downhill Worldcup und anschließend nach Whistler zum Crankworx und schließlich nach Hause nach Brisbane. Doch dass er das alles nur geträumt hatte, realisierte er nicht mal nachdem er aus dem Koma aufwachte. Erst als 2 Wochen nach dem Aufwecken alle Opiate abgesetzt wurden, kamen ihm nach und nach die Erinnerungen zurück. Jedoch zum Glück nicht vom eigentlichem Sturz. Erst dann realisierte er die Ausmaße seines Sturzes und dass er beinahe daran starb. Aber auch wenn es ihn stark traumatisierte, er dachte nicht mal daran sein Leben auf dem Mountainbike aufzugeben. Er hatte auch unter Schmerzen nur ein Ziel. Denn er weiß, nur eine positive Einstellung lässt den Körper heilen, sodass er

so schnell wie möglich zurück aufs Bike kommt.

Die Bikeszene wäre nicht die Bikeszene wenn…
man sich nicht gegenseitig wieder auf die Füße helfen würde. Jordan Prochyra stand ihm im Krankenhaus zur Seite und startete ein Crowdfunding auf Go Fund me und sammelte innerhalb kürzester Zeit über 20.000 $ für Remy. Mit diesem Geld wurden die Eltern nach Belgien eingeflogen. Der junge Mountainbiker kann nicht arbeiten in dem Zustand und es kommen so viele Extrakosten auf ihn zu, sodass er diese Finanzspritze sehr gut gebrauchen kann. Sobald es wieder geht, wird er zurück ins normale Alltagsleben kehren und einer täglichen Arbeit nachgehen, um für das kommende Weltcup Jahr Geld zu sparen.
Hier kann man für Remy spenden. Die Einnahmen gehen direkt auf das Konto seines Vaters, damit dieser die Arztrechnungen bezahlen kann, denn Remy hatte derzeit nur eine Auslandsversicherung.

Das langwierigste wird die Heilung des Armes sein
Remy kann nun 14 Wochen post Op wieder auf seinem Stadtfahrrad durch die Gegend cruisen und schaufelt auch bereits an seinem BMX Spot neue und bessere Jumps. Nur sein Unterarm macht noch Probleme. Sein Speichennerv wurde auf Höhe des Triceps beschädigt, aber die Ärzte sehen große Fortschritte und haben auch keine Bedenken, dass er zu 100% rehabilitiert.
Remy selbst sagt, dass er bis Januar 2018 wieder seine ganze Power zurück haben möchte und hochmotiviert auf die Crankworx, Worldcup und Fest Serie Saison 2018 ist. Denn er hat mit dem Sprung noch eine Rechnung offen und davon lässt er sich nicht abbringen. Und das spiegelt auch seine ganze Einstellung des Unfalls wieder: von so etwas lässt sich Remy nicht stoppen. Denn Unfälle passieren, aber zum Glück kann er sich ja nicht mehr daran erinnern.
Er hofft, dass so etwas nicht mal seinem ärgstem Feind zustößt, aber falls, rät er stets positiv zu bleiben und zurück an die guten Zeiten zu denken, die einem das Mountainbiken gebracht hatte, denn egal wie lange eine Heilung dauert, diese guten Zeiten werden zurück kommen. Und was sind schon ein paar Monate Stillstand im Vergleich zur Lebenszeit.
Ein sehr weiser Mann der 19 Jährige Bengel aus Australien. Alles Gute Remy!

Danke
Ein besonderer Dank geht an Nico Vink. Es war und bleibt wohl Remys bester Tag auf seinem Bike und überhaupt zum Loosefest eingeladen zu werden, war ihm eine sehr große Ehre. Nico half ihm wo er konnte, stand ihm im Krankenhaus bei und war ihm einfach ein guter Freund. Ebenso die Thomas Familie. Remy und seine Familie durften auf deren Bauernhof wohnen, bis der wilde Mountainbiker wieder stabil genug war, um die weite Heimreise nach Australien anzutreten.

Nothing but good times when in the air 🙌🏼 #lustymaxxisteam 📷: @ianleanphoto

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