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Die Auflösung vom White Style Drama

Liebe FMBA, ohne Showaffen - kein Circus!

Der White Style Slopestyle Event in Leogang, Österreich, sollte eigentlich mit seinem einzigartigen Kurs auf Schneehügeln glänzen, doch 2018 beschattete ein Eklat den Event. Nachdem eine dicke Nebelwand im Viertelfinale den Kurs unfahrbar machte, baten die Fahrer den Eventorganisator einen Moment zu verweilen, bis sich die Sicht aufgehellt hatte. Nach 35 Minuten verharren, ob man den Event fortsetzen kann, wurde er dann letztendlich abgebrochen. Jedoch nicht mit der feinen englischen Art.

Bienvenido Aguada Alba aus Barcelona mit einem 360 Tailwhip

Durch die Steilheit des Geländes müssen die Fahrer viel vor den Sprüngen bremsen, um sie nicht zu überschießen. Allerdings ist es bei solch schlechter Sicht schwer, die Dosis einzuschätzen. Aus Sicherheitsgründen beschlossen die Fahrer im Viertelfinale bessere Umstände abzuwarten.
Das gefiel einem der Eventorganisatoren jedoch gar nicht. Er möchte unbekannt bleiben, doch Torquato Testa, der die Qualifikation gewann, filmte die hitzige Diskussion mit seiner GoPro und veröffentlichte dies auf seiner Facebook Fanpage.

Die Gemüter sind erhitzt
Torquato fragte den Organisator, aus welchen Gründen, er nun letztendlich den Event abbrechen will, doch er konnte keine vernünftige Antwort geben.
Totos Gemüt wurde vor allem dadurch erhitzt, dass den letzten 4 Fahrern das Preisgeld erst verweigert wurde. In einem späteren öffentlichen Statement der FMBA (Freeride Mountain Bike Association, organisierende Dirtjump und Slopestyle Organisation) wurde dann das Preisgeld auf die letzten 8 Fahrer aufgeteilt.

Torquato Testa beschreibt dann die Vorkommnisse folgendermaßen:
„Im Halbfinale des White Style 2018 waren wir nur noch vier Fahrer. Eine wirklich dicke Nebelwand kam runter, wir konnten den ersten Sprung fast gar nicht sehen, also baten wir in diesem Moment den Kurs nicht befahren zu müssen. Es war wirklich gefährlich, da wir die Geschwindigkeit für Sprünge nicht beurteilen konnten. Man muss viel bremsen vor jedem Sprung, da der Kurs auf einem ziemlich steilen Abhang liegt. Nachdem sie 20 Minuten gewartet hatten, sagten sie nur, dass der Wettbewerb zu Ende sei. Aber während wir den Kurs entlang gingen, kam der Organisator (der Typ in diesem Video) schreiend auf uns zu und sagte:

„Wenn du nicht aufstehst und fährst, werde ich das Event absagen und niemand wird sein Preisgeld und FMB Punkte bekommen.“

Nachdem wir uns mit ihm gestritten hatten, beschlossen wir loszugehen und zu fahren, aber ohne unsere besten Tricks, weil wir 35 Minuten in der Kälte warteten und dieser Typ unseren Sportgeist zerstört hat. Alle 4 Halbfinal-Teilnehmer, nachdem sie den identischen Lauf gemacht hatten, bekamen vier verschiedene Bewertungen von den Judges. Aber der Organisator hielt uns auf und sagte, dass der Contest abgesagt wurde. Dieses Video zeigt den Moment, als der Organisator uns keinen Grund für seine Entscheidung geben konnte! Und meine Frage ist: Sollte die FMB World Tour oder die Leute von der FMBA da nicht eingreifen? Nach diesem Moment hat der Organisator einfach das Preisgeld and die Plätze 5 bis 8 Plätze rausgegeben (alle ersten 8 Fahrer bekommen Geld in diesem Fall in der Regel), aber es gab nichts für uns, die ersten 4 Fahrer!”
Quelle: liquid-life

Torquato Testa

Ein neuartiges Mann-gegen-Mann im K.O. System Format, das beim White Style 2018 als Pilotprojekt durchgeführt wurde, soll die Show spannender und besser verständlich für den Zuschauer machen. Wie bei Pumptrack Rennen dürfen nach der Qualifikation die 16 Besten im K.O. Format gegeneinander antreten. Die Fahrer, die es bis ins Finale schaffen, müssen somit vier perfekte Runs den Berg hinunter bringen. Doch dass diese Rechnung wieder einmal ohne der Meinung der Fahrer durchgeführt wurde, wirft ein weiteres negatives Licht auf die FMBA. Da es keine Shuttles, wie zum Beispiel ein Showmobile gab, das die Fahrer vom Ziel wieder an den Start bringen hätte können, mussten diese nun im Schnee mit Radschuhen nach oben stapfen. Dabei ist es nur verständlich, dass die Fahrer nach einer Unterbrechungspause kalte Muskeln haben.

Nachdem der Italiener dieses Statement veröffentlichte, bekam er großen Zuspruch von seinen Kollegen aus dem MTB Business. Große Namen wie Yannick Granieri kommentierten, dass

„die FMB ein Circus ist und die Athleten deren Clowns.“

Jakub Vencl stört es, dass der Veranstalter den Fahrern vorschreibt, in welchen Konditionen der Kurs fahrbar ist und wann nicht, wenn es offensichtlich jemand ist, der den Kurs nicht befahren kann. Rob J, ehemaliger Dirtjumper, kann es nicht fassen, dass den Fahrern „nach all den Jahren des Lehrgeld Bezahlens immer noch zu wenig Respekt gewährt wird“. Er kommentierte auf Facebook, dass alles was den Organisatoren wichtig ist, wie viel Geld sie mit den Shows und den Athleten machen, welche ihr Leben riskieren.

Kommentare auf Facebook auf Totos Video Mitschnitt der Diskussion

Die letzten 4 Fahrer beschlossen, nach der Ansage des Veranstalters, dass der Kurs nun wieder fahrbar sei, nachdem es etwas aufgehellt hatte, 4 identische Läufe abzuliefern. Doch die Jury benotete die Läufe unterschiedlich. Das Ende vom Lied war, dass Torquato und die 3 anderen Fahrer ohne Preisgeld unglücklich nach Hause fuhren und eine Welle auslösten, die anscheinend schon in der Vergangenheit immer wieder Verwüstungen nachzog.
Antonin Honoré postete vor ein paar Tagen auf seiner Instagramseite, dass er nun nachträglich als Sieger aus der Affäre ging. Das Preisgeld und die FMB Punkte, welche wichtig sind, um sich für die World Championships des Slopestyles zu qualifizieren, wurden aufgrund des Viertelfinalergebnisses ausgezahlt.

Antonin Honoré Instagram Post vom 9.2.2018

Fakt ist, dass in Zukunft mehr auf die Sicherheit und Meinung der Fahrer eingegangen werden muss, denn diese riskieren Hals und Kragen, um den Zuschauern die beste Show zu liefern. Sie verdienen dabei einen Penny und Ei, aber machen es, weil sie den Sport und das Fahrradfahren lieben. Bitte respektiert das und behandelt die Fahrer nicht wie Showaffen im Circus. Denn ohne Affen, kein Circus!
Es ist für eine Association kein leichtes Verfangen, positiv aus dieser Affäre herauszutreten, aber wie in dem offiziellen Statement der FMBA beschrieben, geht es um den fairen olympischen Gedanken und Sportmanship. Man kann ein solches Argument von beiden Seiten eleganter lösen.

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