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Dirt 100

SANTA CRUZ V10CC

Dieser erfolgreiche DH-Rennbolide ist ein leuchtendes Beispiel für die Handwerkskunst.

Dies ist ein Rad das ganz oben auf der Liste der erfolgreichsten Downhill-Racer aller Zeiten steht. Nur die Arbeitsgeräte des unnachahmlichen Sunn Teams aus den Neunzigern sind noch darüber angesiedelt. Seitdem sie 2006 Steve Peat unter Vertrag genommen haben, erlebte das Santa Cruz Syndicate sehr erfolgreiche Wolrd Cup Saisons, in denen immer einer ihrer derzeitigen Teamfahrer Josh Bryceland, Greg Minnar und Steve Peat einen World Cup Titel oder ein Einzelrennen auf einer Variante des V10s gewinnen konnten. Was für eine beeindruckende Bilanz.

Santa Cruz haben viele Varianten des Grunddesigns gehabt und heute sieht das Rad deutlich anders aus als das Bike, auf dem Peaty 2006 den Siegeszug bestritt. Und wer kann sich nicht an seinen Weltmeistertitel 2009 erinnern? Eine Leistung, die auch von Greg Minnaar auf den an der Westküste der USA gefertigten Bikes wiederholt werden konnte. Im Vergleich zu dem anderen großen Bikehersteller an der Westküste der USA, Intense Cycles, hatte das V10 eine sehr unterschiedliche Entwicklung, obwohl beide Firmen auf ein sehr ähnliches VPP (Virtual Pivot Point) Konzept zurückgreifen. Schaut man jedoch auf das neuste M16 von Intense sieht man viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Rädern.

Makelloser Lack

Wie viele bzw. eigentlich alle Marken, hat Santa Cruz einige Zeit lang keine Rahmen für die größten Fahrer produziert aber heute sind sie Teil der wenigen, die ein ernstzunehmendes Bike für alle Fahrer über 180cm im Angebot haben. Aber das V10 ist so viel mehr als nur seine Größenabstimmung. Wie auch das Trek Session, ist es eine wunderbar entwickelte Renn-Maschine. Und die Lackierung von Santa Cruz stellt eine Lektion für all jene dar, die vorhaben hohe Summen für ihre Produkte zu verlangen. Die Verarbeitung und die Lackierung von Santa Cruz sind erste Klasse.

Wie bei vielen Bikes auf dieser Liste der Besten der Besten gibt es auch hier ein wenig zu beanstanden. Da wäre der laute Antrieb und das Fehlen eines Rahmenschutzes – was, beispielsweise im Vergleich zum Specialized Demo, sehr irritierend ist. Wir sind immer noch der Meinung, dass das Tretlager einen Hauch zu hoch ist und es benötigt nach wie vor einiges an Zeit bis man das Bike richtig eingestellt hat. Wenn das aber gelungen ist, erhält man ein beeindruckendes Resultat.

Insgesamt ist es ein Bike das sich entwickelt hat und wachsen konnte. Das ist im Bezug auf Radstand und Reach Länge besonders zutreffend. Bezüglich der Komponenten sieht man auf Rennen und in den Alpen oft Fahrer, die, wie auch das World Cup Team, auf die volle Carbonausstattung setzen. Aber während das eine große Menge Steifigkeit mit sich bringt, geht auch einiges an Gefühl verloren, was uns aufgefallen ist als wir die Vorgängerversion des V10 fuhren. Ein guter Aluminium Laufradsatz an einem V10 ist nach wie vor eine großartige Kombination.

Etwas, das einem im Bezug auf das V10 nicht sofort ins Auge fällt ist der Preis. Der Einzelrahmen des V10 kostet über eintausend Euro weniger als ein Trekt Session 9.9 Rahmen. Das könnte jetzt das Session zum Bike mit den höchsten Selbstaufbaukosten machen. Aber es geht dabei nicht ums Geld sondern um die Leidenschaft, die in den Aufbau gesteckt wurde.

Wusstest ihr schon, dass

JOE GRANEY, SANTA CRUZ BIKES CHIEF OPERATIONS OFFICER

Das neue V10 Projekt wurde ins Leben gerufen, als Greg anfangen wollte an einem Rad zu arbeiten, auf dem er die Weltmeisterschaften in seiner Heimatstadt Pietermaritzburg im Jahr 2013 gewinnen wollte. Das war zwei Tage nachdem er die 2012er Weltmeisterschaften in Leogang gewonnen hatte.

Er hatte sich erfolgreich eingeredet, dass große Laufräder den Sieg bringen würden. Also haben wir einen Aluminium Prototyp gebaut und er fuhr auf Zeit gegen sein aktuelles Bike. Die Ergebnisse waren aber unschlüssig.

„Macht es länger“ sagte er. Und so taten wir es.

„Macht die Kettenstreben auch länger“. Und so taten wir es.

„Last die Tretlagerhöhe, so wie sie ist“.

Was Greg schnell macht steht im Wiederspruch zu dem, was die meisten Forum-Gurus als die perfekte Geometrie bezeichnen würden. Aber wir haben ihm zugehört, denn mit Schnelligkeit lässt sich nicht streiten.

Der Prototyp wurde nicht im Rennen eingesetzt und die „tretlastige“ Weltmeisterschaftsstrecke von 2013 wurde von Greg auf seinem 26-zoll Stahlfeder-gedämpften Serien-V10 gewonnen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er jede mögliche 27,5 Zoll Kombination ausprobiert und wir waren daher schnell in der Lage, die neuen Bikes für den Renneinsatz in 2014 fertig zu stellen. Josh stürzte sich so schnell darauf wie eine Ratte ein Abflussrohr hochrennt. Greg bedauerte, den Rahmen nicht sogar noch länger gemacht zu haben. Also bauten wir einen eigenen Hauptrahmen nur für ihn und Steve.

Wir verbrachten eine menge Zeit damit, die Unterschiede bei der Gewichtsverlagerung der Syndicate Teamfahrer zu analyiseren. Wir haben mit noch längeren Kettenstreben und angepassten Anlenkungen experimentiert, die den Radstand noch weiter in die Länge zogen. Und das hat sich für Greg dieses Jahr auf Tracks wie Vale Di Sole bewährt. Einer Strecke die ihm „nicht liegt“.

Darauf basierend haben wir ein längeres XXL V10 eingeführt, das längere, dem Hauptrahmen angepasste Kettenstreben hat.

Gregs Obsession mit dem Setup, kombiniert mit Marshys Auge für Details verschaffen dem Entwicklungsteam eine Menge Feddback auf dem sie aufbauen können. Der Trend der langen Hauptrahmen und kurzen Kettenstreben mag Stabilität an der Front erzeugen, während der Hinterbau verspielt bleibt. Aber verspielt bedeutet nicht immer gleich schneller. Und für uns zählt nur das letzere.

Der ganze Prozess ging von Greg aus. Obwohl wir es genau so umsetzten, wie er sich das XL vorstellte, experimentierte er mit längeren Steuersätzen und einem 60mm Vorbau. Etwas, das man früher nicht hätte machen können. Also sagten wir uns: „Was soll’s, machen wir einen zusätzlichen Hauptrahmen“. Das ging alles ganz schnell, zumindest von unserer Seite her. Das Bike war erst auf nur einem Rennen eingesetzt worden als die Entscheidung fiel eine neue Größe zu bauen und Greg setzte diese sofort im nächsten Rennen ein. Der Schritt vom Muster zur Massenproduktion brauchte dann natürlich etwas länger.

Wir entschieden uns für 17,3 Zoll für das Serienbike, welches Ratboy fährt. Greg hat an seinem XXL Rahmen abhängig von der Strecke längere Kettenstreben und angepasste Dämpfer-Anlenkungen getestet.

Diese Kettenstreben funktionieren unter gewissen Bedingungen und bei einigen Fahrstilen aber die Foren-Gurus haben Schwierigkeiten sowas zu glauben.

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