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Floriane Pugin und Loic Bruni gewinnen in Leogang

Am vergangenen Wochenende standen wieder einmal alle Zeichen in Leogang auf Mountainbike Sport. Das Out of Bounds Festival feierte sein 10-jähriges Jubiläum und neben dem 26Trix, einem Goldevent der FMB World Tour gab es den Auftakt des iXS European Downhill Cups.

Leogang ist eines der ältesten Mitglieder des iXS European Downhill Cups, denn bereits 2006, im ersten Jahr seiner Existenz, machte die Serie Halt im Salzburger Land. Seitdem konnte sich der kleine Ort sicherlich zu den ganz großen Namen der Austragungsorte im Mountainbike Sport entwickeln. Der Höhepunkt war definitiv die Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr. Aber das war natürlich nicht der Schluss, denn auch in diesem Jahr gibt es wieder einige Highlights im Bikepark Leogang. Dazu gehört ganz klar das vergangene Wochenende mit dem Auftaktrennen der iXS Europaserie. Die Startliste war wie immer gut gefüllt. 415 Fahrer aus 29 Nationen standen in der Teilnehmerliste, weitere 100 trugen sich auf der Warteliste ein und konnten leider nicht mehr zugelassen werden. Unter den registrierten Teilnehmern waren natürlich viele der großen Namen des Downhill Sports und somit war der Favoritenkreis nicht gerade klein.

In diesem Jahr wurde der Zeitplan der Serie etwas angepasst, so dass den Teilnehmern nun mehr Trainingszeit am Freitag zur Verfügung steht. Somit ging es nach der Startnummerausgabe bereits um 10 Uhr morgens zum Track Walk, bevor ab 12 Uhr das offizielle Training begann. Die Strecke war für die meisten sicherlich gut bekannt, schließlich wurden bereits im letzten Jahr der Europacup und anschließend die Weltmeisterschaft darauf ausgetragen. Der 2,3 Kilometer lange Kurs mit 480 Höhenmetern präsentierte sich in einem trockenen und somit schnellen Zustand, allerdings sollte sich dies im Laufe des Wochenendes noch ändern.

Schon am Samstagnachmittag zu Beginn des Seeding Runs setzte leichter Regen ein, der sich dann pünktlich mit der Kategorie Elite Men in Starkregen änderte. Die sehr feste und eingefahrene Strecke in Leogang ist glücklicherweise nicht sehr anfällig für Nässe, aber natürlich beeinträchtigte es die Fahrer etwas. Die Bedingungen waren jedoch für alle gleich und somit fair.

Schnellste Frau des Seeding Runs war Floriane Pugin (FRA – Gstaat-Scott), die einen nahezu perfekten Lauf runterbringen konnte und mit 14 Sekunden Vorsprung die mit 25 Teilnehmerinnen besetzte Elite Women Klasse dominierte. Wie immer beim Europacup wurde bereits am Freitag der GoPro Course Check produziert. Dabei konnte man onboard mit Emilie Siegenthaler (SUI – Gstaad-Scott) und Floriane Pugin auf den Kurs gehen und schon dabei wurde der extrem hohe Speed von der schnellen Französin deutlich. Auch in der Elite Men Kategorie kam es zu einer Dominanz aus Frankreich, wenn auch nicht durch einen so großen Abstand, jedoch hatten dort immerhin gleich zwei Franzosen die Nase vorn. Die schnellste Zeit fuhr der Juniorenweltmeister von 2012, Loic Bruni (FRA – Lapierre Gravity Republic) mit 3:24.191 Minuten ein, gefolgt von Aurélien Giordanengo (FRA – Topcycle by Trek). Natürlich dient der Samstag immer nur als ein erster Hinweis auf die wirklichen Favoriten und erst am Sonntag gibt es den alles entscheidenden Lauf.

Am Sonntag zum Finale waren die äußeren Bedingungen perfekt. Bei blauem Himmel stand also das erste Finale des diesjährigen iXS Europacups an. Nach den Ergebnissen des Seeding Runs erwarteten die zahlreichen Zuschauer spannenden Downhillsport und wurden definitiv nicht enttäuscht. In der Elite Men Kategorie konnte nach einem regen Wechsel im Red Bull Hot Seat die erste ernstzunehmende Zeit von Bryn Dickerson (NZL – John Foord valuation) eingefahren werden. Mit 3:24.820 Minuten unterbot er als erster die Zeit des Vortages, wobei klar war, dass bei diesen Bedingungen sicherlich einiges mehr drin ist. Etwa 50 Fahrer hielt seine Zeit bis der Weltcupsieger der Juniorenklasse von Fort William, Noel Niederberger (SUI – Gstaad-Scott), etwa 3 Sekunden schneller war. Auch seine Zeit überdauerte auch Einige, bis dann aber Robin Wallner (SWE – Team W-Racing), der Europacupsieger des letzten Jahres, seinen Platz einnahm. Zu diesem Zeitpunkt war die Spannung im Zielbereich förmlich zu spüren. Einer nach dem anderen schrammte an der neuen momentanen Bestzeit von 3:19.854 min vorbei. Die Top-Ten Fahrer gingen nun im Minuten Abstand auf den Kurs und eigentlich hätte man jedem den Sieg zutrauen können. Als sechst letzter kam Sam Blenkinsop (NZL – Lapierre Gravity Republic) in Sichtweite, aber sofort war klar, da ist irgendwas schief gelaufen, das Hinterrad war platt. Kurz danach wurde Markus Pekoll (AUT – MS Mondraker) angekündigt. Der Lokalmatador und somit Publikumsliebling setzte sich mit 8 Zehntelsekunden an die Spitze, aber nach einer Minute war dies auch gleich wieder Geschichte, denn Harry Molloy (GBR – Madison Saracen DH Team) unterbot um weitere 9 Zehntel. Es ging Schlag auf Schlag, der Zweite des Vortags Aurélien Giordanengo war nochmal schneller und nun war nur noch Loic Bruni auf dem Kurs. Sollte es wieder das gleiche Ergebnis wie im Seeding Run werden? Bruni kam aus dem Wald und es sah gut aus, aber würde es wirklich für den Sieg reichen? Er überquerte die Ziellinie und auf der Anzeigetafel erschien das erhoffte Minus. Damit war er mit 3:16.012 Minuten der Schnellste des Tages. Nur knapp 7 Zehntelsekunden reichten ihm für den wohl ersten Sieg in der Elite Kategorie bei einem so hochkarätig besetzten Rennen. Auf Platz zwei landete also sein Landmann Aurélien Giordanengo gefolgt vom Briten Harry Molloy, Markus Pekoll wurde Vierter, Robin Wallner Fünfter.

Nach dem Seeding Run Ergebnis von Floriane Pugin bestand kaum ein Zweifel, dass für einen Sieg nur sie selbst sich im Wege stehen könnte, aber für die 24-Jährige ist es natürlich nichts Ungewohntes als letztes der Elite Women Klasse am Start zu stehen und somit konnte sie einen soliden Lauf runterbringen. Auch wenn die Abstände zur Konkurrenz nicht so gravierend wie am Vortag waren, gewann sie trotzdem noch mit knapp sieben Sekunden Vorsprung und einer Zeit von 3:39.082 Minuten und verwies ihre Teamkollegin Emilie Siegenthaler auf den nachfolgenden Platz. Fionn Griffith (GBR – Kenda/Alpinestars) konnte sich als Dritte auf das Podest schieben, indem sie die beiden am Vortag vor ihr Platzierten Zarja Cernilogar (SLO – Blackthorn GT) und Jana Bártová (CZE – Bikeplac Rcaing) hinter sich ließ. Die einzige Starterin der U17 female Klasse war Sara Böhm (GER – Team Green DH. Racing), die eine saubere Leistung ablieferte und im direkten Vergleich mit den Zeiten der Elite Women sogar noch einige hinter sich lassen konnte. Man kann nur sagen weiter so, denn sie tritt quasi in die Fußstapfen von Tahnée Seagrave (GBR – FMD Racing), die in den vergangenen Jahren meist allein in dieser Klasse unterwegs war.

Das Ergebnis der U17 male Kategorie war eine ganz knappe Geschichte. Mit einer Zeit von 3:33.968 Minuten und einem Vorsprung von nur vier Zehntelsekunden konnte Loris Revelli (ITA – Argentina Bike) das Rennen für sich entscheiden und verdrängte damit Alex Marin (ESP – FOX Giant) auf den zweiten Platz. Dritter wurde Brad Swinbank (GBR – Steve Peat Syndicate).

In der Klasse der Masters konnte es sich Nino Antic (GER – Giant) für lange Zeit im Hot Seat bequem machen. Fast schon sah es nach einem Start-Ziel-Sieg aus, denn der frühere vierfache Kroatische Meister startete aufgrund eines platten Reifens im Seeding Run als erster seiner Kategorie und konnte sich dann ansehen, wie sich die Konkurrenz an seiner Zeit die Zähne ausbiss. Erst die drittletzten Fahrer verdrängten ihn vom Podest. Gewinnen konnte Štencel Rostislav (CZE – Bikeplac racing) vor Paolo Alleva (ITA – Team Scout/Nukeproof) und Ruben Castro Carril (ESP – Evil XMS Racing).

Hinsichtlich der seit diesem Jahr geltenden österreichischen Protektorenpflicht gab es einige Unstimmigkeiten, so dass im Seeding Run der ein oder andere, auch teilweise wohlbekannte Teilnehmer nicht starten durfte. An dieser Stelle kann gesagt werden, dass auch in Deutschland, Frankreich und der Schweiz diese Vorschriften gelten und die UCI ganz klar die Regelung den nationalen Verbänden überlässt. Somit werden es sicherlich nicht die letzten Diskussionen (auch beim Weltcup) in diesem Jahr gewesen sein.

Hier findest du alle Ergebnisse.


Fotos: © Thomas Dietze

[Quelle: iXS European Downhill Cup]

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