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Manon Carpenter: „Ich war einfach nicht mehr mit Herzblut bei der Sache“

Manon Carpenter zieht sich mit nur 24 Jahren aus dem World Cup Circus zurück

Die ganze Geschichte und nichts als die Wahrheit lest ihr hier in diesem Interview der DIRT UK.

Manon Carpenter hat mit nur 24 Jahren, mitten in der Saison, obwohl sie gerade vierte in der Weltrangliste war, das Handtuch geschmissen. Andere würden von dieser World Cup Position nur träumen. Aber für Manon war es nichts, was sie weiter erfüllen konnte.
Im August diesen Jahres machte die hübsche Britin diese harte Entscheidung. Sie war ein Star im britischen Downhillhimmel und gewann noch im Frühjahr das BDS Rennen in Fort William vor Tahnee Seegrave. Zudem hat Carpenter auch noch einen World Cup Overall Titel in der Tasche und wurde 2014 World Champ.

Die Flausen aufzuhören kamen ihr als erstes in den Kopf, als sie in Val di Sole im vergangenem Jahr schwer gestürzt ist und sich das Schlüsselbein gebrochen hat. Sie rasselte über die Bremswellen auf eine offene Kurve hinzu, ihr Vorderrad grub sich ein und sie stürzte im Highsider über den Lenker. Das war ein harter Schicksalsschlag und einer, der ihre Psyche und ihr Selbstbewusstsein hart unter Druck setzte. Sie erholte sich nie wirklich davon und schmiss dann nicht mal ein Jahr später das Handtuch.

Jetzt, wo die Saison vorüber ist, hat DIRT UK offen über Manon Entscheidung geredet und wie ihre Zukunft aussehen soll.

Am Anfang des Jahres hattest du den BDS Sieg und 3 World Cup Podiums in der Tasche. Warst du nicht voll motiviert in die neue Saison zu starten?

Nach dem Sturz bei den World Champs habe ich mich nur darauf konzentriert, wieder voll zu Kräften zu kommen und mich optimal für die Saison vorzubereiten. In Lourdes hatte ich ein gutes Gefühl und das Qualifying lief wirklich gut. Aber dann kam eine Unwetterwarnung, die einen schrecklichen Wind vorhersagte. Es wehte sogar die Zelte im Fahrerlager davon. Das gab mir den ersten Knacks im Selbstbewusstsein. Ich wollte einfach nicht bei meinem ersten Rennen der Saison schon stürzen. Im Starterhäuschen sagte man uns, dass wir besonders vorsichtig am letzten Step down sein sollten, aber da es ja ein Rennen ist, mussten wir da durch. Es gab keine Chicken Line, man musste einfach drüber und jeder weiß, wer halbherzig einen Step Down springt, landet im Spital. Das hat mich ziemlich eingeschüchtert.

Aber nun nochmal zum Crash in Val di Sole. Warum hat dich das so eingeschüchtert, schließlich hast du ja schon einige fiese Stürze hinter dir.

Während meiner Karriere hatte ich schon ein paar High Speed Stürze und gebrochene Knochen, die ich einfach so abschütteln konnte. In der Sektion, in der ich stürzte, kam ich mit Volldampf in eine grobe, mit Löcher versehene Kurve und das zeigte mir, wie World Cups wahrscheinlich in der Zukunft aussehen werden. Wir erreichen Höchstgeschwindigkeiten und das in groben, schnellen Abschnitten. Ein kleiner Fehler, oder einfach nur eine falsche Geschwindigeitseinschätzung und du bist weg vom Fenster.

Denkst du, dass das Streckendesign immer wilder und schräger wird? Wenn man Leogang betrachtet, schaut es doch so aus, als würde alles ein bisschen zu viel werden, oder?

Ich finde schon, ja! Die Leute sagen, dass die Strecken immer weniger technisch werden, aber sie sind immer noch irre schnell. Einige Sektionen sind einfach nur geradeaus und wenn man die dann in jeder gottgegebenem Kondition so schnell wie möglich fahren muss, sind die Konsequenzen hoch. Es gab an verschiedenen Rennen Hindernisse, die ich nicht überwinden wollte und schon gar nicht mit der Geschwindigkeit.

Als Rennfahrer, wenn du dich über so etwas aufregst, dann zeigt das, dass du nicht bei der Sache bist. Man sollte so viel Selbstbewusstsein besitzen, dass man solche Sektionen mit dem Messer zwischen den Zähnen angreift oder es einfach bleiben lässt.

Du hast erwähnt, dass dich ein paar Sachen genervt haben bei jedem Event. Kannst du Beispiele nennen?
In Lourdes war es der Step Down bei Wind. In Fort William die berüchtigte Waldsektion. Das war einfach nur frustrierend. Schon im Qualifying ging ich dort über den Lenker, selbes Schicksal dann auch im Finale. In Neogang stürzte Remi so hart am letzten Jump, sodass ihn der Hubschrauber abführte. Der Sprung war bei Seitenwind und der Geschwindigkeit einfach viel zu gefährlich. Ich war so sauer, denn jeder wusste, wie sketchy der Sprung war, doch niemand hat etwas geändert, obwohl ein Top 10 Fahrer sich bereits ausgeknockt hatte.

"A lot of hospital time has been happening recently! Made the decision to get a metal plate removed from my humerus, which has been in since 2010 and giving me a few issues, while I'm off the bike with my collarbone. Happy to say it went well and I'm looking forward to getting back to full strength and stronger! "

Was bedeutet Rennen fahren, ohne die richtige Einstellung dafür zu haben? War es dir die ganze Zeit bewusst, dass du nicht bei der Sache warst?
Das war mir dieses Jahr definitiv bewusst. Wenn du gewinnen willst, dann ist es dir egal, welche Steine dir in den Weg gelegt werden. Aber irgendwie wusste ich, dass ich nicht so dachte. Es gab in Andorra und Lenkerheide einige Steinfelder, in denen man besser nicht bremsen sollte. Schon gar nicht bei Nässe. Aber ich konnte meine Finger einfach nicht von den Bremsen nehmen. Ich dachte mir, dass ich da jetzt einfach durch musste und es auch wieder andere Zeiten geben wird, doch ich hatte jedes Mal diesen Geistesblitz, dass ich beim kleinsten Fehler wie in Val di Sole über den Lenker steigen werde. Und von da an realisierte ich, dass dieses Risiko es für mich einfach nicht mehr Wert war einzugehen.
In Bala, North Wales, bei den National Champs sagte ich zu meinem Freund, dass dies die letzte Saison für mich sein wird. Ich habe es zuerst für mich behalten und erzählte es dann meiner Familie und dem Team. Das war ein hartes Stück Realität für mich.

Waren alle verständnisvoll?
Ja wirklich jeder. Downhill ist ein gefährlicher Sport und wenn dein Kopf nicht bei der Sache ist, dann ist es eher keine gute Idee so verrückte Strecken zu fahren.

Wie hat die Öffentlichkeit reagiert?
Ich war sehr nervös mit meiner Entscheidung an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich wollte ehrlich sein und zum Glück war jeder verständnisvoll und respektvoll. Abgesehen von dem Gerücht, dass ich schwanger sei.

Wie schauen deine Pläne jetzt aus?
Bikes werden definitv in Zukunft immer eine große Rolle für mich spielen. Ich liebe es einfach viel zu sehr. Ich lote gerade meine Möglichkeiten mit Sponsoren aus und werde mich um das „Breeze Programm“ von British Cycling kümmern. Deren Mission ist es, Frauen zum Mountainbiken zu motivieren und das Auftaktwochenende im Bikepark Wales vor ein paar Wochen ist super angelaufen.

Somit ist die Tür zum World Cup definitiv geschlossen?
Ja. Sag niemals nie, aber ich kann es mir einfach nicht vorstellen, wieder zurückzugehen. Wir werden sehen, was die Zukunft für mich bereit hält. Joost Wichmann und ich haben vor kurzem ein Video zum neuen Radon JAB gedreht.

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