Share

Featured

World Champs 2018

Vali Höll, Kade Edwards, Rachel Atherton und Loic Bruni sind Weltmeister 2018

World Champs sind etwas ganz besonderes. Sieg oder Spital ist die Mentalität bei diesem ganz speziellen Rennen. Die Fahrer nehmen mehr Risiko auf, haben mehr technische Ausfälle und auch  mehr Stürze. Es bedeutet eben etwas ganz besonderes Weltmeister zu sein. An diesem speziellen Rennen wird der Weltmeister bzw. die Weltmeisterin gekrönt. Alle Teams hübschen sich auf, es gibt die ausgefallensten Speziallackierungen, jeder Fahrer muss seinem Land entsprechend das Teamtrikot tragen. Bei der Sieger Ceremony darf man keine Kopfbedeckung tragen und es ist das ultimative Battle der Länder. Da Downhill (noch) nicht olympisch ist, gibt es wohl kein anderes Rennen was so prestigeträchtig ist.

Bis zur nächsten WM dürfen sich Rachel Atherton, Vali Höll, Kade Edwards und Loic Bruni das Regenbogentrikot überziehen und in die nächste Saison als Weltmeister starten. Die WM in Lenzerheide war das letzte Rennen des Jahres und schaut man zurück, ist viel passiert. Insgesamt besuchten rekordverdächtige 65.000 Zuschauer die 5-tagelangen Festspiele unterhalb des Parparner Rothorns am Ufer des malerischen Heidsees, 20.000 davon ließen sich die Downhill-Entscheidung am Sonntag nicht entgehen.

Bilder: Red Bull Content Pool // Bartek Wolinski
Rasoulution

Kate Courtney gewann Gold bei den XCO Worlds am Samstag USA USA USA
Greg Minnaars Medaillenhoffnung löste sich in Regenbogen Glitzer auf

Junioren 
Die Wettkämpfe wurde durch die Junioren eröffnet. Bei den Mädels machte Vali Höll die schon davor perfekte UCI Weltcup Saison noch perfekter und sammelte auch noch die Regenbogenfarben ein. Die junge Österreicherin wurde mit 10 Sekunden Vorsprung Weltmeisterin vor einer starken Anna Newkirk aus den USA und Mille Johnset, die die erste Medaille für Norwegen bei dieser WM sicherte. Bei den Junior Men bestätigte Kade Edwards (GBR) seinen starken Run aus dem Qualifying und rehabilitierte sich für eine eher schwierige Saison. Der Brite konnte sich mit rund 5 Sekunden Vorsprung auf Platz 1 vor dem Kanadier Elliot Jamieson, der bis dahin überraschend führte, positionieren. Als die eigentlichen Top-Favoriten um Thibault Daprela (FRA) allesamt Fehler in ihren Runs machten, stand Edwards als Weltmeister fest. Die Medaillenränge wurden durch den Australier Kye A’hern (AUS) und Elliot Jamieson, die Silber und Bronze für ihre Nationen sicherten, komplettiert.

Vali Höll wurden Flügel verleiht

Valentina Höll (AUT):

„Ich war ehrlich gesagt noch nie in meinem Leben so nervös. Ich habe mir selbst viel Druck gemacht. Nach einer perfekten Weltcup Saison habe ich immer wieder auf Fehler gewartet. Aber sie passierten nicht und ich bin super Happy. Als die Saison in Kroatien losging habe ich auf Podien gehofft und jetzt sitze ich hier!“

Vali hat die Möglichkeit 2019 frühzeitig in die Elite aufzusteigen. Es bleibt spannend, ob sie noch ein Jahr Junior fährt und somit die verschiedenen World Cup Strecken trainieren kann, oder ob sie gleich mit 17 Jahren das Elite Feld aufmischt. Einige Podien in der Elite hätte sie bereits in 2018 eingefahren.

Podium Juniorinnen Platz 1: Vali Höll Platz 2: Anna Newkirk Platz 3: Mille Johnset
Kade Edwards scrubbt den unglaublich riesigen Zielsprung, der bei einigen Fahrerin Dämonen hervorruf

Kade Edwards (GBR):

„Ich hatte eine guten Run, habe einfach Vollgas bis zum Schluss gegeben. Ich habe schon die ganze Saison auf so einen Run gewartet. Ich habe diese Saison einfach zu viele Fehler gemacht. Ich mochte die Strecke in diesem Jahr mit der neuen Sektion und am Ende ist es wirklich gut gelaufen.“ 

Kade ist ein sehr guter Overall Mountainbiker. Egal ob Skatepark Tricks oder fette Whip Off Jumps, der 17 Jährige Brite und Freund von Tahnee Seagrave hinterlässt überall einen guten Eindruck. 

Rachel Atherton zerstört Konkurrenz und entschied sich für FULL SEND

Zur Freude der vielen einheimischen Fans zeigte EWS-Pro Caro Gehrig (SUI), die erst in letzter Sekunde vom Schweizer Team nachnominiert wurde, die erste schnelle Zeit des Tages und setzte sich ganz oben auf den Hot-Seat vor Teamkollegin Eva Batolla. Als dann fünf Athletinnen später auch noch Eidgenossin Janine Hübscher mit neuer Bestzeit ins Ziel raste, standen zwischenzeitlich sogar drei Lokalmatadorinnen auf dem Podest. Mit den Top 10 Athletinnen am Start sollten jedoch einige schnelle Zeiten folgen. EWS-Königin Cecile Ravanel, die für Frankreich an den Start ging, zählte eigentlich zu den potentiellen Medaillenkandidatinnen. Doch dieser Traum platzte, so wie ihr Vorderreifen. Das französische Team hatte aber noch einige Eisen im Feuer.

Angestachelt durch die heimischen Fans schoss Emilie Siegenthaler (SUI) mit neuer Bestzeit ins Ziel, was das Publikum nochmals laut werden ließ. Emilie kam von einer bösen Ellbogenverletzung zurück und endete schließlich auf einem super 6. Platz. Die Freude der Fans im Zielbereich währte jedoch nur kurz. Nachdem sowohl Katy Curd (GBR) als auch Eleonora Farina (ITA) die Zeit von Siegenthaler nicht unterbieten konnten, war es Marine Cabirou (FRA), die die Bestzeit um 4,5 Sekunden verbesserte. Nun richteten sich alle Augen auf die besten fünf Frauen des Jahres. Bevor es zum erwarteten britischen Showdown zwischen Tahnée Seagrave und Rachel Atherton kam, war es die UCI Weltcup-Gesamtsiegerin von 2017 Myriam Nicole, die für ihr französisches Team den nächsten schnellen Run ins Tal brachte und die neue Richtzeit für den Titel setzte. Sollte es nach ihrer langwierigen Rückenverletzung doch zu einem goldenen Abschluss ihrer Saison kommen?

Zunächst stürzte sich die Australierin Tracey Hannah (AUS) aus dem Startgate in der Hoffnung, Nicole noch von Platz eins zu verdrängen. Hannah versuchte alles, konnte aber nicht wirklich die Geschwindigkeit der führenden Französin erreichen und fiel sogar noch hinter Cabirou zurück. Nur noch zwei Fahrerinnen standen jetzt noch oben und zunächst legte Tahnée Seagrave los – und zwar wie die Feuerwehr. Nach einem, vor allem im Graubünden Rock Garden, starken ersten Abschnitt, begann ihr die Führung zu entgleiten. Doch die Britin drückte nochmal mächtig aufs Gas, erwischte die Schlusskurve vor dem Red Bull Drop of Fame perfekt und war dann umringt von tosenden Zuschauern 0,6 Sekunden schneller über die Ziellinie.

Doch so gut der Run auch aussah, sollte sich herausstellen, dass Tahnée durch Rachels Siegesmentalität „Sieg oder Spital“ deutlich in den Schatten gestellt wurde. Rachel Atherton kam aus dem Startgate und schien alle Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen. Mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit und mit kluger Linienwahl manövrierte sich die bis dahin fünfmalige Weltmeisterin ins Tal hinab. Nachdem sie bei der ersten Zwischenzeit bereits 3 Sekunden schneller war, konnten es viele Zuschauer gar nicht fassen. Und dann beim dritten Split leuchteten gleich 8 Sekunden auf. Als die 30-Jährige in die Bike Arena hinein droppte wurde sie von tausenden Fans mit lautem Jubel begrüßt. Mit 9,9 Sekunden Vorsprung sicherte sich Atherton nicht nur ihre sechste WM Gold Medaille sondern nahm auch hochverdient das UCI Regenbogen-Trikot in Empfang.

Rachel erlitt fast einen Kollaps, als sie im Ziel ankam. So krass war ihr Siegesrun
Podium Elite Ladies 1. Platz: Rachel Atherton 2.Platz: Tahnée Seagrave 3. Platz: Myriam Nicole
Ach wie schön ist Gold

Rachel Atherton (GBR)

„Ich war in dieser Woche super nervös. Nachdem ich im Training gesehen habe, wie schnell Tahnée und Myriam unterwegs waren, wusste ich, dass es ein extrem schnelles Rennen wird. Ich war wirklich beeindruckt wie stark die beiden gefahren sind. Ich musste alles aus mir rausholen, alles oder nichts. Man kann entweder gewinnen oder stürzen, dazwischen gibt es nichts. Das ist aber auch ok, es geht ja schließlich um den Weltmeistertitel. Ich war hart am Limit, aber zum Glück hat ja alles gut geklappt.“

Tahnée hätte das Zeug zur Weltmeisterin, aber Rachel holte nochmal alles aus ihr heraus, was sie hat und das hieß unglaubliche 10 Sekunden Vorsprung
Catch me if you can

Downhill-Drama bei den Männern – Maes begeistert erneut, Bruni verteidigt Titel

Die Männer im Downhill boten den 20.000 Zuschauern entlang der Strecke und im Zielbereich ein unglaublich spannendes Rennen. Die erste ernstzunehmende Richtzeit legte Altmeister Greg Minnaar (RSA) hin. Aufgrund eines gebrochenen Armes im Laufe der Saison fand er sich in der für ihn ungewöhnlichen Situation wieder, früh ins Rennen starten zu müssen. Doch Minnaar selbst schien von seinem Lauf nicht wirklich überzeugt, obwohl er mit 2:57.788min als erster Fahrer die Drei-Minuten-Marke durchbrach. Doch wie lange würde er sich auf dem goldenen Rang halten können?

Fahrer um Fahrer erreichte das Ziel und biss sich an der Zeit des Südafrikaners die Zähne aus. Die Strecke begann immer stärker auszutrocknen und rutschiger zu werden. 27 Athleten schafften es nicht Minnaar gefährlich zu werden. Der 28. jedoch schon. EWS-Spezialist Martin Maes (BEL), der bereits in La Bresse bei nassen Bedingungen die Downhill-Welt mit seinem Sieg im Weltcup schockte, zeigte auf der staubigen STRAIGHTline eine grandiose Leistung. Jeden Sektor schloss er als bis dahin Tagesbester ab, verdrängte Minnaar um 2,4 Sekunden auf Platz Zwei und machte es sich wieder im Downhill-Hot-Seat bequem. Etablierte Downhiller wie Dean Lucas (AUS), Remi Thirion (FRA), Jack Moir (AUS), Mark Wallace (CAN) und Connor Fearon (AUS) scheiterten alle beim Versuch, den Belgier vom Thron zu stoßen. Erst bei Aaron Gwin (USA), der sich als Neuntletzter auf die Strecke machte, leuchteten die Zwischenzeiten wieder grün. Der fünffache UCI Weltcup Gesamtsieger war nach den ersten beiden Splits 0,4 Sekunden in Front, bevor ihm bei der Anfahrt zum Motorex Plunge ein entscheidender Fehler passierte, eigentlich genau der gleiche Fehler wie schon im vergangen Jahr beim World Cup in der Lenzerheide. Die verlorene Zeit und Geschwindigkeit konnte er nicht wieder wettmachen und mit 1,1 Sekunden Rückstand überquerte er auf dem zweiten Rang die Ziellinie. Damit wurde jedoch deutlich, dass die Zeit von Maes bei einem sauberen Run zu schlagen sein könnte.

Das war Edelmetall Gold Nummer 3 bei den Worlds für Loic.
Podium Elite Herren: 1. Platz: Loic Bruni 2. Platz: Martin Maes 3. Platz: Danny Hart
Cheers auf eine verrückte Saison 2018
Brook MacDonald gewann die Quali und Zuschauers Liebling war heiß auf den Sieg, doch dann stürzte er.

Loic Bruni schaffte den perfekten Run
Dann machte sich der amtierende Weltmeister <strong>Loic Bruni </strong>(FRA) auf dem Weg ins Tal und ließ von der ersten Sekunde an keine Zweifel an seinem Siegeswillen aufkommen. Ein Raunen ging durch das Publikum als die ersten Zeiten grün auf der Anzeige leuchteten. Würde der Franzose eine Zeit hinlegen, die gut genug wäre, um seinen Titel aus 2017 verteidigen? Als er über den Red Bull Drop of Fame in die Finish Area schoss, gingen bange Blicke hoch zur Anzeigetafel. Es war grün! Mit 0,2 Sekunden Vorsprung setzte er sich an die erste Stelle und lehnte sich zurück, um den letzten vier Fahrern am Berg zuzuschauen. Das Rennen war noch nicht entschieden. Landsmann <strong>Loris Vergier</strong> (FRA) zündete im ersten Streckenteil und man musste sich ernsthaft Sorgen um Bruni’s Führung machen. Mit einem Vorsprung von rund einer halben Sekunde machte Vergier jedoch bei der Einfahrt zur ersten Waldsektion einen Fehler, der ihm den Speed nahm und damit sein Medaillentraum beendete.

 

Loic Bruni fährt in einer Klasse für sich
Die goldene Weltmeistermaschine: Specialized Demo on Loic Bruni
Martin Maes ist im 7. Himmel. Sieg bei der EWS in Whistler, Sieg beim DH World Cup in La Bresse und 2. Platz bei den Worlds

Amaury Pierron patzt
Ähnlich wie Vergier war auch Danny Hart (GBR) auf einem guten Weg in der ersten Streckenhälfte, doch auch ihm fiel der dritte Sektor nicht leicht, wodurch auch er dort Zeit verlor, die er trotz eines guten Schlussabschnitts nicht mehr aufholen konnte. Mit 0,3 Sekunden Rückstand platzierte er sich immerhin auf den 3. Platz. Würden die zwei verbleibenden Fahrer, Troy Brosnan (AUS) und Amaury Pierron (FRA) die Ränge nochmal aufmischen können? Brosnan konnte die Pace von den besten Ridern an diesem Tag nicht mitgehen. Auch der Weltcup-Gesamtsieger aus Frankreich erwischte keinen guten Tag, rutschte sogar mit dem Vorderrad aus und legte sich auf den staubigen Waldboden. Damit flossen im Zielbereich schon die Tränen. Loic Bruni verteidigte seinen Weltmeister-Titel und darf schon zum dritten Mal in seiner Karriere die Regenbogenfarben tragen. Silber ging damit an Martin Maes und Bronze an Danny Hart.

Amaury Pierron wollte viel und endete mit nichts
Aaron Gwin war ein großer Favorit, aber Fehler machten ihm einen Strich durch die Rechnung
Loris Vergier
Laurie Greenland
Amaury Pierron
Loic Bruni, der Weltmeister von 2018

Loic Bruni (FRA)

„In den letzten Jahren war es hier auch schon ziemlich staubig und rutschig, also wussten wir alle, was uns heute erwartet. Ich wollte nicht die selben Fehler wie im letzten Jahr machen, aber ich hatte das Gefühl, dass ich die Finger etwas zu stark auf der Bremse hatte. Insgesamt waren es perfekte Bedingungen für die Fahrer und für die Zuschauer. Ich habe nicht das Gefühl einen Titel verteidigt zu haben, sondern einen neuen Titel gewonnen zu haben. Es gibt so viele schnelle Fahrer im Moment. Loris ist unglaublich schnell und die Zeiten von Martin und Danny zeigen, wie eng es momentan zugeht. Ich glaube wir haben den Zuschauern wirklich ein tolles Rennen geboten.“

Für welche Richtung wird sich Martin entscheiden? Persönlich gefällt ihm die Zeit auf dem Bike bei den Endurorennen mehr als die 4 Minuten Downhillrennen

Share

Geschäftsbedingungen

Gib bitte deine Email Adresse an, damit wir dich mit News, Updates und den neuesten Angeboten versorgen können. Falls du nicht mehr interessiert bist, kannst du dich jederzeit abmelden. Wir geben deine Daten nicht an Dritte weiter und werden dir nur Nachrichten schicken, die dich auch interessieren. Versprochen!

Read our full Privacy Policy as well as Terms & Conditions.

production