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15 Erfindungen, die das Mountainbiking revolutioniert haben

Hier in der Dirt-Redaktion reden wir quasi ununterbrochen über Mountainbiking. Mal geht es um ein neues Produkt, das gerade auf den Markt gekommen ist, ein anderes Mal sprechen wir über einen bestimmten Fahrer oder ein besonders tolles Foto und bisweilen werden wir ein bisschen nostalgisch und dann schwelgen wir in der Vergangenheit. Ich glaube, es war einer dieser Nostalgieanfälle, der dazu führte, dass wir uns darüber unterhielten, welche Produkte und Innovationen Mountainbiking in unseren Augen radikal verändert und zu dem gemacht haben, was es heute ist. Am Ende der Diskussion hatten wir eine Liste von 15 Erfindungen zusammen, von denen wir meinen, dass sie enorme Auswirkungen auf unseren geliebten Sport hatten. Viel Spaß damit!

SCHEIBENBREMSEN

Scheibenbremsen sind ohne Zweifel eine der wichtigsten Innovationen im Mountainbiking, schließlich haben sie uns eine neue Art des Fahrens ermöglicht.

Als ich anfing, Mountainbike zu fahren, waren Cantileverbremsen das Nonplusultra. Diese Dinger zum Bremsen zu bewegen, grenzte an schwarze Magie. Was nicht weiter verwunderlich ist, denn richtig funktioniert haben sie nur, wenn es draußen trocken war. Wenn man sie jedoch bei Nässe fuhr, taten sie nämlich nichts anderes, als deine teuren Felgen zu ruinieren. Zwar gab es von Magura in grauer Vorzeit auch schon hydraulische Bremsen, aber selbst die waren einfach noch nicht das Gelbe vom Ei. Als dann irgendwann die V-Bremse auf den Markt kam, dachten wir alle, das wäre der langersehnte Durchbruch auf diesem Gebiet. Und tatsächlich funktionierten V-Bremsen viel besser als Cantis und waren zudem um einiges erschwinglicher als die Negativbeschleuniger von Magura. Auf verbogenen und/oder dreckigen Felgen haben aber auch sie nicht funktioniert.

Doch gehen wir noch mal einen Schritt zurück. Noch vor der Einführung der V-Bremse hatte Hope bereits eine mechanische Scheibenbremse auf den Markt gebracht. Diese war vor allem bei Radwanderern beliebt. Es gab damals zwar auch im Mountainbikebereich einige Fahrer, die auf diese neuartige Erfindung schwörten, aber Scheibenbremsen waren zu dieser Zeit noch immer ziemlich kostspielig und außerdem war bei der Montage Erfindergeist gefragt, denn Bremssockel waren zu dieser noch nicht erfunden worden. Doch trotz dieser Unzulänglichkeiten verbreitete sich die Kunde von den neuen Wunderbremsen rasant und schon bald kamen die ersten Rahmen und Gabeln mit Bremsaufnahmen auf den Markt. Danach brachen alle Dämme und schon bald waren Scheibenbremsen auch aus der Downhillszene nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder, denn wenn man einmal mit Scheibenbremsen gefahren ist, gibt es danach einfach kein Zurück mehr. Der Rest ist Geschichte.

DER AHEADSET-VORBAU

Viele von Euch sind wahrscheinlich zu jung, um sich an die alten Steuersätze zu erinnern, mit denen wir uns in grauer Vorzeit herumgeplagt haben. Falls das so sein sollte, dann habt ihr wirklich Schwein gehabt. Früher waren nämlich alle Gabeln mit einem Gewinde versehen, auf das zwei Muttern aufgeschraubt und miteinander verkontert wurden, um den Steuersatz davon abzuhalten, sich zu lockern. Aber es half alles nichts, der Steuersatz lockerte sich trotzdem ständig. Das galt auch für solche Steuersätze, die angeblich irgendein magisches Feature besaßen, das das Problem angeblich lösen sollte.

Wenn man ehrlich ist, dann war einfach alles an dem alten Design totaler Mist. Deswegen ist es auch so unglaublich, dass Dia Compes Erfindung des Aheadsets nicht sofort eingeschlagen ist wie eine Bombe und über Nacht auf der ganzen Welt als neuer Standard gefeiert wurde. Ich vermute, es lag einerseits daran, dass man dafür sowohl eine neue Gabel als auch einen neuen Vorbau brauchte, und andererseits daran, dass das Ganze einfach zu gut zu sein schien, um wahr sein zu können. Glücklicherweise hat es dann aber nicht allzu lange gedauert, bis auch der letzte Otto verstanden hatte, wie großartig Aheadset-Vorbauten sind. Sie sind heutzutage so weit verbreitet, dass wir mittlerweile noch nicht einmal mehr Aheadset-Vorbau, sondern einfach nur noch Vorbau dazu sagen.

Federung

Heute kann man es sich zwar nicht mehr vorstellen, aber ich kann mich noch sehr gut an die vielen Artikel in den Mountainbikemagazinen erinnern, in welchen früher die Frage diskutiert wurde, ob Dämpfungen nicht reine Zeitverschwendung seien. Und wenn ich Dämpfung sage, dann meine ich damit mitnichten nur die Hinterbaudämpfung. Selbst die Effektivität von Federgabeln wurde angezweifelt. Zur Verteidigung der damaligen Skeptiker muss man allerdings sagen, dass die Federgabeln zu jener Zeit nicht nur schwer, unzuverlässig und teuer waren, sondern auch nur über etwa 50 mm des schlimmsten Federwegs verfügten, den man sich vorstellen kann. Die Frage nach Sinn oder Unsinn von Federgabeln war also nicht vollkommen aus der Luft gegriffen.

Aber wie dem auch sei, trotz anfänglicher Zweifel hat es die Mountainbikeszene glücklicherweise ja irgendwann dennoch geschafft, zu der Einsicht zu gelangen, dass eine gute Suspension beim Off-Road-Fahren einen gewaltigen Vorteil darstellt – besonders dann, wenn man möglichst schnell unterwegs sein möchte. Und so sehr ich auch weiterhin auf Hardtails stehe, möchte ich die Federung doch nicht mehr missen, denn sie hat uns viele neue Möglichkeiten eröffnet. Außerdem könnten wir alle ohne Dämpfung nicht immer wieder zu kleinen Nerds mutieren, um uns über die neusten und tollsten Federungssysteme auf dem Markt auszutauschen.

WEICHE GUMMIMISCHUNGEN

Bei diesem Punkt schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn weiche Gummimischungen haben nicht nur den Reifenmarkt, sondern auch Mountainbikeschuhe revolutioniert.

Beginnen wir mit dem Reifen. Als Mountainbiking noch in den Kinderschuhen steckte, konnte man zwar zwischen verschiedenen Reifenprofilen wählen, aber das war es dann auch schon. Später kamen dann verschiedene Karkassen hinzu, sprich: man hatte auf einmal die Wahl zwischen unterschiedlichen Wandstärken. Richtig Bewegung in die Sache kam aber erst später. Die erste große Veränderung in der Materialzusammensetzung eines Reifens, an die ich mich erinnere, waren die Magic Panaracer Smoke/Dart Reifen. Leider waren diese Dinger extrem schwer zu bekommen und darüber hinaus auch noch verdammt teuer. Außerdem verschlissen sie quasi innerhalb von Sekunden. Warum der Magic Panaracer trotzdem so bemerkenswert war? Ganz einfach: das hängt mit seiner Farbe zusammen, er war nämlich weiß.

Was das für einen Vorteil mit sich bringt, erklärt ein kurzer Ausflug in die schöne Welt der Werkstoffkunde: Es ist nämlich so, dass in das Gummi von schwarzen Reifen Füllstoffruß gemischt wird, was sie um einiges härter macht als weiße Reifen. Oder anders gesagt: Weiße Reifen sind also um einiges weicher, was zur Folge hat, dass sie über mehr Grip verfügen als schwarze.
Aber zurück zum Thema: Nach modernen Maßstäben war Magic Panaracer jedoch alles andere als optimal, aber ganz offensichtlich hat er die Leute dazu gebracht, mal einen genaueren Blick auf dieses ganze Materialzusammensetzungsthema zu werfen, denn es dauerte dann nicht mehr lange, bis der legendäre Comp 16 von Michelin den Markt aufmischte. Ich bin überzeugt davon, dass wir es vor allem diesem Fortschritt in Sachen Gummimischungen als auch der Entwicklung neuer Dämpfungssysteme sowie dem Siegeszug der Scheibenbremse zu verdanken haben, dass Mountainbikes heute schneller sind als jemals zuvor.

Doch kommen wir nun zu den Flatpedalschuhen von Five Ten. Was kann man über diese legendären Treter noch sagen, das nicht bereits tausendmal gesagt wurde? Es gibt die Flatpedal Schuhe bereits seit vielen Jahren und trotzdem konnte die Konkurrenz bis heute weder herausfinden, wie Five Ten deren wahnsinnigen Grip hinbekommt, noch vergleichbar haltbare Schuhe produzieren. Als wir die Schuhe mit der griffigen Sohle das erste Mal ausprobiert haben, konnten wir nicht glauben, wie toll sie sind. Und ganz egal, wie sehr man auch versucht, anderen Fahrern zu erklären, wie außergewöhnlich die Performance dieser Schuhe ist, scheitert man doch unweigerlich daran. Denn nur, wer sie selbst einmal ausprobiert hat, kann verstehen, warum alle so einen riesen Wirbel um diese Dinger machen. Es klingt schon fast verrückt, aber diese Schuhsohlen haben das Flatpedalieren für immer verändert.

HOHE LENKER

Unglaublich, aber wahr: Es gab einmal eine Zeit, in der man nur sehr flache und sehr schmale Mountainbikelenker kaufen konnte. Das änderte sich, als eine Handvoll Motocrosser, die auch gerne hin und wieder Downhill fuhren, herausfand, dass ihre Räder sehr viel schneller waren, wenn sie einen MX-Lenker auf ihr Mountainbike montierten. Und eine ganze Weile war das der einzige Weg, um Lenker zu fahren, die mit den heutigen einigermaßen vergleichbar sind. Es dauerte jedoch zum Glück nicht lange, bis die ersten Lenker mit Rise auftauchten, die nur für Mountainbiking gedacht waren. Der Club Roost war für mich und viele andere Fahrer der erste Lenker mit einer Querstrebe. Der Club Roost ging damals weg wie warme Semmeln, schließlich war er verhältnismäßig günstig und jedes Bike wurde durch ihn auf Anhieb besser.

Abgesehen davon, dass hohe Lenker perfekt dafür geeignet sind, schnell zu fahren, läuteten sie auch eine neue Ära des Mountainbikefahrens ein. Hohe Lenker waren ein Statement! Bevor nämlich Downhill immer beliebter wurde, war Crosscountry der King. Doch Crosscountryfahrer hatten damals keinen blassen Schimmer davon, was es mit den neuen Lenkern auf sich hatte. So wurde der „Riser Bar“ zu einem Zeichen für den Rest der Mountainbikeszene, dass man diesen Sport einzig und allein für den Adrenalinkick betrieb, und dass einem alles andere gestohlen bleiben konnte. In gewisser Weise kann man die Symbolkraft des Riser Bars mit der einer Lederjacke im Krieg zwischen Rockern und Mods vergleichen.

SCHALTWERK

Wer hätte gedacht, dass nur eine winzige Umstellung in der Konstruktion eines klassischen Schaltwerks, einen so gravierenden Unterschied machen würde? Wir! Denn für uns ist die Einführung des Shadow+-Schaltwerks von Shimano eine der revolutionärsten Entwicklungen seit der Einführung des Indexschalthebels. Shadow+-Schaltwerke lassen das Bike nämlich nicht nur wesentlich leiser über unwegsames Gelände gleiten, sondern vermindern auch das Risiko, dass einem dabei die Kette abspringt, was ja seit jeher eines der größten Probleme an Mountainbikes war.

Bevor es diese Schaltwerke gab, hasste ich es, Mountainbikes zu fahren, die mehr als ein Kettenblatt vorne hatten, weil man ständig damit beschäftigt war, die Kette wieder drauf zu machen. Doch mittlerweile habe ich großen Spaß daran, auch mal ein Zweifach- oder Dreifachsetup zu fahren, solange es mit solch einem Schaltwerk verbunden ist. Tausend Dank, Shimano! Ihr habt unser aller Leben um einiges lebenswerter gemacht.

TELESKOPSATTELSTÜTZEN

Wenn es um Teleskopsattelstützen geht, kann ich nicht anders, als ein tiefes Gefühl der Genugtuung zu verspüren. Ja, da bin ich eingebildet. Ich war nämlich schon sehr lange Fan von diesen absenkbaren Sattelstützen – lange bevor diese Idee überhaupt in den Köpfen der meisten Fahrern angekommen war. Ich kann mich sogar noch daran erinnern, dass mich meine Kollegen im Office ständig mit meinem Faible für Teleskopsattelstützen – oder Variosattelstützen, wie sich auch genannt werden – aufgezogen haben. Ich musste mir ständig anhören, die Dinger seien absolut sinnlos und wären reine Zeitverschwendung. Und warum ich denn nicht einfach anhielte und den Sattel runter schraube, wie jeder normale Mensch?! Hin und wieder läuft mir noch immer ein Sonderling über den Weg, der dieser Meinung ist. Seltsam, denn sobald man einmal eine absenkbare Stütze ausprobiert hat, gibt es kein Zurück mehr! Deshalb bleibe ich dabei: Die Teleskopsattelstütze ist zweifellos eine der bedeutsamsten Produktentwicklungen der letzten Jahre.

Eine absenkbare Sattelstütze verändert nämlich die Art und Weise, wie man einen Trail fährt, grundlegend. Das gilt besonders für solche Strecken, bei denen sich Ab- und Auffahrten abwechseln – also genau jene Trails, welche die meisten von uns gerne und oft fahren. Bevor es Variosattelstützen gab, war man ständig damit beschäftigt, den Sattel je nach Streckenabschnitt entweder hoch oder runter zu schrauben. Tat man dies nicht, litt man mit einem zu tiefen Sattel bei jeder Bergauffahrt sowie auf flachen und weniger technischen Passagen seelische und körperliche Qualen. Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt. Mit einem hohen Sattel kann selbst eine vermeintlich einfache Abfahrt zu einem großen Problem werden.

Dank Teleskopsattelstützen sind solche Zustände ein Ding der Vergangenheit. Sie ermöglichen es uns, ohne nervige Zwischenstopps wirklich alles zu attackieren, was uns in die Quere kommt. Nicht zuletzt deswegen erfreuen sich Endurorennen mittlerweile so großer Beliebtheit. Ich bin außerdem überzeugt davon, dass die Megavalanche-Events einen großen Einfluss auf die steigenden Verkaufszahlen von absenkbaren Sattelstützen hatten. Denn hier konnte die Welt das erste Mal die Vorteile von Variosattelstüzten in Aktion bewundern und live miterleben, wie nützlich die Dinger sind. Wenn du selber einmal eine Teleskopsattelstüze ausprobiert hast, weißt du, wovon ich spreche.

Tubeless-Reifen

Mir ist bewusst, dass es noch immer Fahrer gibt, die herkömmliche Schläuche verwenden, aber so ganz begreifen kann ich das nicht. Ich würde niemals wieder auf diese veraltete Technologie zurückgreifen, schließlich kann ich mich noch allzu gut daran erinnern kann, wie viel Zeit und Energie ich früher darauf verwendet habe, ständig meine Reifen zu flicken. Seitdem ich tubeless unterwegs bin, ist das bisher nur zweimal vorgekommen – und keiner dieser Platten hätte durch die Verwendung eines Schlauchs verhindert werden können. Für mich waren platte Reifen und abgesprungene Ketten lange Zeit zu den nervigsten Aspekten unseres Sports. Doch Dank des Clutch-Schaltwerks und der Tubeless-Reifen gehören diese Probleme inzwischen mehr oder weniger der Vergangenheit an.

Der Vorteil von Tubeless-Reifen liegt jedoch nicht ausschließlich in ihrer Durchschlagresistenz. Ein weiterer Bonus ist, dass man sie mit wenig Druck fahren kann um sie griffiger zu machen, schließlich muss man keine Angst mehr vor Snakebites haben. Und selbst bei gleichem Druck hat ein Tubeless-Reifen einfach mehr Grip, mal ganz davon abgesehen, dass sie einfach schneller sind als herkömmliche Reifen. Wie gesagt, ich kann nicht nachvollziehen, warum Leute noch immer Schläuche benutzen. Manche behaupten zwar, die Montage von Tubeless-Reifen sei zu aufwendig und daher reine Zeitverschwendung, aber das ist natürlich Quatsch. Sobald man sich für Tubeless-Reifen entschieden hat, stellt man nämlich sehr schnell fest, dass sie genauso einfach zu montieren sind, wie andere Reifen auch – wenn nicht sogar einfacher.

DAS ANGLESET

Bei diesem Punkt geht es weniger um das Angleset an sich, obwohl das Produkt natürlich toll ist, sondern vielmehr darum, was für Folgen dessen Erfindung nach sich zog. Für uns markiert die Einführung des Anglesets den Moment, den wir heute vielleicht als den Beginn der modernen Geometrie bezeichnen könnten. Bis zu diesem Zeitpunkt machten sich nämlich weder Hersteller noch Fahrer großartig Gedanken über die Geometrie des Rahmens. Klar, Größe war ein Faktor, aber weiter wurde nicht gedacht. Doch dann kam das Angleset mit seinem veränderbaren Lenkwinkel und öffnete uns die Augen. So langsam, aber sicher schwante uns, was für ein riesiges Potential bisher noch nicht angezapft wurde.
Einige Jahre lang bauten wir das Angleset grundsätzlich an jedem unserer Testbikes ein, was diese Räder innerhalb von wenigen Minuten viel besser machte. Und das fiel nicht nur uns auf. Das Angleset hat dazu geführt, dass sowohl die Fahrer als auch die Industrie damit anfingen, sich mehr für die Geometrie zu interessieren und plötzlich darüber nachdachten, wie man diese verbessern könne. Mittlerweile ist dieser Prozess sogar so weit fortgeschritten, dass es nur noch in seltenen Fällen notwendig ist, einen Anglesetvorbau einzubauen.

KETTENFÜHRUNGEN

Wie bereits gesagt, gehört das Kettenabspringen zu den lästigsten Problemen beim Mountainbiken. Das gilt vor allem dann, wenn man gerade ein Rennen fährt. Für viele von euch wird es verrückt klingen, aber in der Anfangszeit der Downhillrennen musste man sich in der Regel selbst etwas zurechtbasteln, wenn man das unweigerliche Abspringen der Kette verhindern wollte. Und selbst als die ersten Fertigteile in diesem Bereich auf den Markt kamen, gab es noch viel Luft nach oben. In der Regel musste man solche Teile nämlich selbst umbauen und anpassen – und außerdem waren sie auch noch unfassbar teuer. Aber letzten Endes wurde doch noch ein Produkt entwickelt, das dieses Problem ein für alle mal aus der Welt geschafft hat. Halleluja!

LOCK-ON-GRIFFE

Obwohl ich den zusätzlichen Komfort von dünnen, herkömmlichen Griffen liebe, gehören Lock-On-Griffe definitiv mit auf diese Liste. Der Grund dafür ist einfach: Lock-On-Griffe bleiben stets dort, wo sie hingehören. Schon beim normalen Radfahren können einem verrutschende Griffe den letzten Nerv rauben, aber während eines Downhillrennens werden sie zu einer echten Gefahr für Leib und Leben. Natürlich kann man versuchen, normale Griffe am Lenker festzukleben oder ähnliches, doch das wird niemals denselben Effekt wie Lock-On-Griffe haben.
Ich erinnere mich noch gut an ein Rennen, bei dem es in Strömen regnete. Das war lange bevor es Lock-On-Griffe gab. Meine Griffe verrutschten die ganze Zeit und egal was ich tat, ich konnte sie ums Verrecken nicht fixieren. Mir blieb daher nichts anderes übrig, als die Griffe zu entfernen und den Lenker in meiner Verzweiflung mit Isolierband zu umwickeln. Am Ende dieses Tages waren meine Hände vollkommen zerstört – und das ist noch milde ausgedrückt. Dank der Lock-On-Griffe werde ich eine solche Tortur nie wieder erleiden müssen.

TRAILBIKES mit Einfach-Schalltwerk

Einfach-Schaltwerke wurden früher ausschließlich von Downhillfahrern verwendet, doch es dauerte natürlich nicht lange, bis auch andere Trailbikefahrer auf den Trichter kamen, dass es doch eine gute Sache wäre, wenn die Kette nicht andauernd abspringen würde. Warum diese Erkenntnis unseren Sport revolutioniert hat? Na ganz einfach! Auf einmal war es möglich, mit einem Trailbike auch etwas anderes als Crosscountrystrecken zu fahren.

Ein Downhillbike ist heutzutage praktisch nur noch für eine Sache zu gebrauchen: seinen Fahrer möglichst schnell einen Abhang hinab zu bugsieren. Gleichzeitig fühlen sich Trailbikes, die über ein Einfach-Schaltwerk verfügen, inzwischen auf so ziemlich jedem Terrain wohl, was sie für viele Downhillfahrer attraktiv macht.

Noch vor wenigen Jahren waren die Einschränkungen hinsichtlich der Übersetzung gravierend, wenn man sich vorne für nur ein Kettenblatt entschied. Doch mit der Markteinführung des 1×11-Schaltwerks von SRAM gehört dieses Problem mittlerweile der Vergangenheit an. Dieses Schaltwerk eröffnet außerdem ganz neue Möglichkeiten in Sachen Federungsdesign. Wir freuen uns jetzt schon riesige auf all die tollen Erfindungen, die es auf diesem Gebiet sicherlich schon bald geben wird.

CARBON

Stärker, leichter, schneller! Ein außergewöhnlich gutes Verhältnis zwischen Haltbarkeit und Gewicht ist der Grundstein eines großartigen Produkts. Das sollte einleuchten, oder? Schließlich möchten wir alle, dass unsere Bikes möglichst stabil und leicht sind – und am besten beides zusammen. Wenn es darum geht, genau das zu erreichen, gibt es nicht viele Materialien, die es mit Carbon aufnehmen können. Das gilt vor allem dann, wenn dieses Material richtig verarbeitet wird. Es besteht absolut kein Zweifel daran, dass Carbon unsere Bikes auf das nächste Level gehievt hat.

Zu Anfang fand Carbon eigentlich nur bei Crosscountrybikes Verwendung und viele Fahrer hätten sich niemals vorstellen können, dass dieses Material irgendwann einmal sogar an Downhillrahmen und Felgen verbaut werden würde. Und ja, Carbon ist nicht gerade günstig und wird es womöglich auch niemals sein. Doch ohne dieses Material hätte ein ganzer Haufen großartiger Produkte niemals das Licht der Welt erblickt.

SCHNELLWECHSELSTECKACHSEN


Ursprünglich waren Steckachsen nur an Downhillfedergabeln zu finden, denn sie waren aufgrund ihrer Übergröße zwar sehr stabil, ihre Montage aber auch nicht ganz unkompliziert, um es vorsichtig auszudrücken. Mindestens ein Inbusschlüssel war dafür nötig, oft sogar mehrere. Das Blatt wendete sich allerdings, als manche Firmen damit anfingen, Steckachsen herzustellen, für deren Einbau man kein Werkzeug mehr benötigte. Was für ein Segen! Schließlich revolutionierten Schnellwechselsteckachsen in der Folgezeit das Design von Trailfedergabeln und machten diese dadurch um einiges steifer. Das Gleiche gilt für den Hinterbau, wenn auch in einem geringeren Maße.

Es klingt vielleicht etwas übertrieben, aber es ist heutzutage nur schwer nachvollziehbar, warum manche Fahrer noch immer auf Schnellspanner vertrauen, die weniger stabil als Stechachsen sind. Schnellwechselsteckachsen lassen sich, wie der Name bereits andeutet, außerdem viel einfacher und schneller montieren. Und was noch wichtiger ist: Sie sind mittlerweile im Mainstream angekommen, was bedeutet, dass die meisten Hersteller inzwischen auch ihrer restliche Produktpalette auf Schnellwechselsteckachsen ausgerichtet haben.

GROSSE LAUFRÄDER


Unsere Liste wäre ohne die Erwähnung großer Laufräder natürlich nicht komplett. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob man diese nun mag oder nicht. Die Frage ist, welche Laufradgröße, wenn es überhaupt eine einzige ist, in den kommenden Jahren das Rennen machen wird. Ich denken nämlich, dass das Aufkommen großer Laufräder einen ähnlichen Effekt haben wird, wie die Einführung des Anglesets. Wie bereits erwähnt, hat dieser Vorbau dazu geführt, dass die Hersteller von Mountainbikes anfingen, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie die Geometrie ihrer Räder verbessern können. In diesem Prozess wurde irgendwann auch damit begonnen, die Regeln in Bezug auf Laufradgrößen zu hinterfragen.

Seien wir doch mal ehrlich: Letztendlich geht es beim Mountainbiking in erster Linie darum, Spaß auf seinem Rad zu haben und damit schnell auf Off-Road-Strecken vorwärts zu kommen. Warum sollten wir also Jahre der Arbeit und Unsummen von Geld darauf verwenden, um unsere Räder zu verbessern, nur um dann vollkommen grundlos an dem Vorsatz festzuhalten, Laufräder könne es nur in einer Größe geben, nämlich in 26 Zoll. Ein aberwitziger Gedanke! Wir haben mit so vielen Dingen herumexperimentiert, warum also nicht auch mal auf diesem Gebiet? Genau das geschieht gerade. Auch wenn noch ungewiss ist, wohin diese Entwicklung führen wird, so ist doch eines gewiss: Am Ende werden unsere Bikes besser sein, als jemals zuvor – und zwar auch dann, wenn ihre Laufradgröße bei 26 Zoll bleiben sollte.

Haben wir eine Erfindung oder ein Produkt vergessen? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

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