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Locations

Klein & Fein: Der Bikepark Warstein

Während Bikeparks vor ein paar Jahren noch echte Raritäten waren, gibt es heute eine Vielzahl von MTB Locations in Deutschland. Auch bei den Strecken hat sich einiges getan; die sollen nämlich nicht nur Hardcore-Biker ansprechen, sondern auch Anfängern den Einstieg ermöglichen. Nachdem wir euch von den Neuerungen in Winterberg berichtet haben, wollen wir uns jetzt mal den kleineren Bikeparks zuwenden. Die kleinen familiären Plätzchen gibt es nämlich nicht nur in Belgien, sondern auch in Rüthen, wo einem im Bikepark Warstein eine Menge Fahrspaß garantiert wird.

© Martin Ohliger

Der Warsteiner Bikepark ist ein Familienbetrieb, den Reimund Kaiser mit der Hilfe seiner Familie seit Mai 2010 betreibt. Vor ihm gab es schon andere Betreiber und der Bauantrag für den Park wurde 2008 von der Kreisverwaltung Soest genehmigt. Das Ganze wurde ohne Fördermittel durchgezogen und die Gewinne der ersten drei Jahre, sowie das Sponsoring durch den Namensgeber, die Warsteiner Brauerei, flossen jedes Jahr komplett in die Erneuerung und Wartung der Strecken. Das war auch nötig, weil so wie uns Reimund verraten hat, war der Bikepark in einem unvollständigen und schlechten Zustand und es war eine große Herausforderung und Anstrengung den Park in den jetzigen Zustand zu bringen.

Anders als andere Parks, hat der Warsteiner Bikepark das ganze Jahr über geöffnet. Trotzdem nutzt man die Wintermonate dazu, von Oktober bis März an den Strecken zu arbeiten und sperrt dann immer jeweils die betroffen Abschnitte für den Parkbetrieb. Das Gelände des Parks umfasst sechs Hektar und zur Zeit gibt es dort eine Downhill-, Freeride-, Northshore-Strecke für Anfänger, eine Funride-Strecke, einen Slopestyle und eine Übungsstrecke. Eine Schleppliftanlage befördert die Fahrer wieder berghoch. Ein Bistro versorgt jeden mit Essen und Trinken und das zu sehr günstigen Preisen. In einer Verleihstation kann man sich Dirt-Bikes und Protektoren leihen sowie kleine Reparaturen durchführen und Ersatzteillager bekommen. Sein Bike kann man nach dem Fahren kostenfrei in der Fahrradwaschstation säubern.

Ein Spielplatz und ein kleines Gelände zum Zelten (nach Absprache) gehören ebenfalls zum Park. Dabei ist es wichtig, dass hier alles aus einer Hand kommt und jeder ausgegebene Euro auch bei Familie Kaiser landet, damit sie den Betrieb am Leben halten können. Damit das gelingt, bieten sie neben dem Bikebetrieb auch noch weitere Sachen an. So kann man die Hütte für jegliche Feiern buchen und seine Parties oder Geburtstage dort feiern. Einmal im Monat, an jedem zweiten Sonntag ab 10 Uhr gibt es den Bluesfrühschoppen mit den Musikern Matt Walsh und Franz Weingarten und einem Frühstücksbuffett für acht Euro. Mit dieser Kombination aus Bikepark-und Gastronomiebetrieb kommen sie auf eine ständig zunehmende Besucherzahl und durch ihre Bescheidenheit und dadurch, dass sie alle Arbeiten selbst erledigen, können die Kaisers seit August 2012 davon leben.

© Martin Ohliger

Aber zurück zu den Strecken und wer diese baut und pflegt. Mit Patrick Rasche haben sie einen Streckenbauer im Team, der auch seine Erfahrungen in anderen Bikeparks gemacht hat und sich selbst ständig in Kanada umschaut und sich so für seine Streckenbauten inspirieren lässt. Er kümmert sich um Streckenum- und Neubau und hat für nächstes Jahr ein paar gute Ideen. Die meisten Sachen im Park werden in Handarbeit erledigt und so sind die nötigen Arbeiten auch ein harter Job. Die Streckenpflege, besonders nach Regenschauern, starker Trockenheit und Erosionen nimmt dabei den Hauptanteil der Arbeiten ein.

Wie bei fast allen Bikeparks waren die Leute drum herum erst abweisend und die Reaktionen waren eher negativ, da der Bikepark noch umstritten war. Aber wie so oft hat sich das Blatt gewandelt und nun gibt es überwiegend positive Reaktionen, ein Erstaunen über das große Einzugsgebiet der Bikeparkbenutzer und mittlerweile wird die geleistete Arbeit entsprechend anerkannt. Auch die Stadt hilft zum Beispiel mit Holzspenden und wenn es um die Erneuerung des Zufahrtwegs geht. Auch bei der Errichtung eines Volleyballfeldes gab sie Unterstützung. So kann Familie Kaiser mit Zuversicht in die neue Saison gehen, denn sie erleben den Mountainbikesport als eine interessante Freizeitsport-und Touristikbranche mit ständigem Zuwachs. Deshalb sind für 2014 auch schon einige neue Strecken und Events in Planung. Gut für sie und für uns!

Patrick Rasche, der Streckenbauer in Warstein, hat mit uns ein bisschen über seine Arbeit im Bikepark gequatscht:

© Martin Ohliger

Seit wann baust du im Bikepark?

Seit dem Frühjahr 2012. Ich habe zuerst mit Kumpels eine private, recht anspruchsvolle Strecke, die nur nach Absprache mit dem Betreiber befahren werden kann, gebaut. Kurz darauf habe ich dort offiziell als Streckenbauer angefangen.

Welche Sachen sind von dir gebaut worden?

Der neue Streckenabschnitt der Freeride-Strecke, der Slopestyle-Umbau und beide Northshore-Strecken gehen auf meine Kappe.

Wer hilft dir beim Bauen?

Meine Freunde (Constantin Fiene, Lutz Zangenberg, Alex Kerkhoff, Lukas Vogt), Reimund und Sabine Kaiser und einige Locals haben schon mitgeholfen.

Welche arbeiten erledigst du im Bikepark?

Hauptsächlich Streckenum- bzw. Neubau und wenn es die Zeit erlaubt mache ich auch Streckenpflege.

Welche Ideen hast du für 2014?

Die Strecken weiter zu optimieren, sodass man möglichst wenig bis gar nicht mehr bremsen muss. Das sorgt für Flow und macht die Strecken langlebiger. Anfänger stehen nicht auf der Bremse, trotzdem wird guten Fahrern die Möglichkeit gegeben, immer wieder genügend Schwung mitzunehmen. Zudem wird es mehr Anlieger und Sprünge geben. Der Park ist aufgrund seiner Lage an einem recht flachen Hang bestens für Flowstrecken und Airtime geeignet.

Für wen ist der Bikepark am besten geeignet?

Es ist für alle Könnerstufen etwas dabei. Jedoch werden wir in Zukunft noch mehr darauf achten, dass die Strecken anfängertauglich sind und Fortgeschrittene trotzdem ihren Spaß haben. Augebaute Singletrails und spaßige Sprünge, an die man sich herantasten kann, sind die Zielsetzung.
Zudem werde ich immer wieder Streckenabschnitte bauen, die sich etwas vom normalen Bikepark-Geschehen unterscheiden und die man nach Absprache mit mir oder dem Betreiber fahren kann. Das gibt dem Warsteiner Bikepark das gewisse Extra.

Text: Oliver Fuhrmann

Fotos © Martin Ohliger

 

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