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World Cup 2019

Val di Sole 2019: Die Ergebnisse vom Worldcup

Eine erfolgreiche Schlammschlacht mit vielen Überraschungen.

Alle Fotos: Red Bull Content Pool | Rider: Laurie Greenland

 

Val di Sole am Wochenende sorgte für Überraschungen in jeder Kategorie. Marine Cabirou, Laurie Greenland, Mille Johnset und Tuhoto-Ariki Pene standen am Wochenende im italienischen Trentino auf dem Treppchen ganz oben uns ließen All-Time Favorites wie Loic Bruni und Vali Höll im Regen stehen.

Hier findest du die Winning Runs vom Wochenende.

Zunächst wurde wetterbedingt Val di Sole seinem Namen nicht gerecht. Ein starker Wolkenbruch mit Gewitter anstelle von Sonnenschein begrüßte am Freitag die Bike Elite an der Strecke. Die Folge: Tiefe, schlammige Strecken sorgten für noch herausfordernde Short-Track-Rennen und wirbelten das Downhill-Qualifying der Herren durcheinander. Die Rennen waren jedoch allesamt hochklassig, extrem spannend und fanden unter regulären und für alle identischen Bedingungen statt. 

Downhill


Saisonübergreifend gab es zuletzt sechs französische Downhill-Siege in Folge. Die drei Musketiere Loic Bruni, Amaury Pierron und Loris Vergier haben sogar elf der vergangenen zwölf Rennen für sich entschieden. In Val di Sole hat sich eine neue Rider in die Siegesliste eingetragen: Laurie Greenland. Der Brite gewann seinen ersten Weltcup in beeindruckender Manier und beendete die französische Siegesserie auf höchstem Niveau.

Hier findest du alle Ergebnisse Elite Men Val di Sole 2019.

 

Bruni, Vergier und Pierron folgten auf den Plätzen zwei, drei und vier. Mit Rémi Thirion (8.) und Baptiste Pierron (9.) beendeten fünf Franzosen das Rennen in den Top 9. Danny Hart beendete die britisch-französischen-Festspiele als Fünfter. Um einen Wimpernschlag von 74 Tausendstel verpasste David Trummer das britisch-französische Podest. Grund zum Ärgern hatte der 25-Jährigen jedoch nicht. Der sechste Platz ist nicht nur seine persönliche Bestleistung im Downhill-Weltcup, auch ist der Steirer der erste Österreicher, der jemals so ein gutes Ergebnis eingefahren hat. Seine eigene Bestmarke, aufgestellt mit Platz sieben in Vallnord Anfang Juli, hat Trummer mit dem sechsten Platz von Val di Sole nochmal verbessert. Starke Leistung des Privateers, der vom ehemaligen Downhill-Ass Markus Pekoll trainiert wird.

Sechster Platz für den schnellen Österreicher – David Trummer Val di Sole 2019.

Die Strecken im Downhill-Weltcup hangeln sich von Superlativ zu Superlativ. Fort William ist die Längste. Leogang die Schnellste. Vallnord die Steilste. Val di Sole kann sich hier problemlos einreihen: Die Herausfordernste. Keine andere Strecke im Weltcup war technisch so anspruchsvoll wie die Black Snake im Trentino. Die Rock Garden bestehen aus Felsbrocken und von Wurzel-Sektionen zu sprechen wäre die Untertreibung schlechthin. Tiefste Wurzelteppiche überlagern die Strecke. Mensch und Maschine gerieten an ihre Grenzen und darüber hinaus. So verbleiben im Anschluss an das Rennen ein paar offene Fragen in Form von „was wäre gewesen, wenn“. Zugegebenermaßen ist der Konjunktiv im Nachhinein nicht sonderlich hilfreich, aber das Rennen war so interessant, dass man sich damit befassen sollte. Was wäre gewesen, wenn Danny Hart im unteren Teil keinen platten Hinterreifen bekommen hätte? Auf Siegkurs liegend machte dem Weltmeister von 2016 das Material einen Strich durch die Rechnung. Was wäre gewesen, wenn Greg Minnaar nicht gestürzt wäre? Der 21-malige Weltcupsieger fuhr dennoch auf den siebten Platz. Sein Rückstand betrug nur gut sieben Sekunden. Was wäre gewesen, wenn Troy Brosnan nicht auf ein Frankenbike mit 29-Zoll-Reifen vorne umgestellt hätte? Bislang erreichte der Australier mit 27-Zoll-Reifen immer mindestens die Top 4. In Val di Sole wurde er nur Zehnter.

Der Gewinner Laurie Greenland.

Bei den Frauen zeigte Marine Cabirou einen Traumlauf, erzielte ihren ersten Weltcupsieg und sorgte so für einen erneuten französischen Downhill-Erfolg.

Hier findest du die Ergebnisse Elite Women Val di Sole 2019.

 

Stolze 11,8 Sekunden betrug ihr Vorsprung auf die zweitplatzierte Tracy Hannah. Nina Hoffmann landete leider nur auf Platz 13. Nach ihrem Sturz sind wir froh, dass Nina im Rennen bleibt und in Lenzerheide an den Start gehen kann. 

Was wäre gewesen, wenn Myriam Nicole, Tahnée Seagrave und Rachel Atherton gesund und fit am Start gewesen wären? Zumindest den Fall können wir hoffentlich spätestens in der kommenden Saison beobachten.

Marine Cabirou gewinnt ihren ersten Worldcup in Val di Sole.

Oder wird Vali Höll, die sich leider am Wochenende von Platz 1 bei den Juniorinnen verabschieden musste von hinten das Feld räumen, wenn sie nächstes Jahr bei der Elite mitfährt?

Ergebnisliste Juniorinnen Val di Sole 2019.

ERGEBNISLISTE Junioren Val di sole 2019.

Cross Country

Pauline Ferrand-Prévot ist Weltmeisterin auf der Straße, im Cyclocross und auf dem Mountainbike. Auch Mathieu van der Poel ist in allen drei Disziplinen einer der besten seiner Zunft. Ein Zufall, dass beide beim Cross-Country-Rennen ganz oben standen? Nein. Natürlich ist die Klasse der beiden unbestritten. Aber ihre Vielseitigkeit hat selbstredend vor allem auf technisch anspruchsvollen Strecken ihre Vorteile. Ferrand-Prévot hat sich nach ihrer OP an beiden Beinen wegen Durchblutungsstörungen stetig gesteigert und ist in der heißen Saisonphase in Topform. Der fliegende Holländer hat seine Wettkampfpause auf beeindruckende Art und Weise genutzt. In Les Gets hatte van der Poel noch der letzte Punch gefehlt: Da gewann er zwar den Short-Track, doch im olympischen Cross Country war er chancenlos. In Val di Sole hat er eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er wieder der Dominator des Saisonstarts ist. Im Feld der Männer Elite gelang es ausschließlich dem Radsport-Phänomen das Double aus Short-Track und olympischem Cross Country an einem Wochenende zu gewinnen – einmal in Nové Město und nun die Wiederholung im Trentino. Sollte sich der 24-Jährige entscheiden beim Saisonfinale in Snowshoe doch zu starten, ist auch der Sieg im Gesamtweltcup wieder im Bereich des Möglichen.

Pauline Ferrand Prevot gezeichnet von der erfolgreichen Schlammschlacht in Val die Sole.

Auch die deutschen Athleten waren in Val di Sole wieder stark unterwegs: Elisabeth Brandau belegte im XCC am Freitag nach einer eindrucksvollen Aufholjagd den sechsten Platz. In der Startphase war die 33-Jährige aus den Top 20 gefallen, kämpfte sich aber zurück und verfehlte letztendlich das Podium nur um fünf Sekunden. Auch beim Hauptrennen musste sich die zweifache Mutter nach einer schwächeren Startphase wieder zurückkämpfen. Am Ende zollte Brandau ihrem hohen Aufwand etwas Tribut und überquerte die Ziellinie als 21. Bei den deutschen Herren trotzte Manuel Fumic seinen Rückenproblemen und erzielte als Elfter sein bestes Saisonergebnis. Den XCC hatte der 37-Jährige noch auslassen müssen. Georg Egger als 20. und Luca Schwarzbauer als 21. komplettierten das gelungene XCO-Abschneiden.

Schon in ihrem ersten Jahr als Elite-Fahrerin krönte sich Kate Courtney 2018 im zarten Alter von 22 Jahren zur Cross-Country-Weltmeisterin. Ein Jahr später erzielte sie nicht nur ihren Debütsieg im Weltcup, sondern fuhr bislang fünf Saisonsiege ein – drei im olympischen Cross Country und zwei im Short-Track. Dennoch hat die US-Amerikanerin nach Val di Sole erstmals in dieser Saison die Führung in der Gesamtwertung nicht mehr inne. Jolanda Neff (SUI) hat 33 Punkte mehr auf dem Konto. Courtneys Rang 17 im Hauptrennen und Platz zehn im Sprintrennen waren nicht genug gegen die Konstanz von Neff, die bislang zwar „lediglich“ zwei Short-Track-Siege erzielte, aber reihenweise unter die Top 3 fuhr. Schon in Vallnord überquerte Courtney die Ziellinie im Hauptrennen „nur“ als Achte. Die fehlende Konstanz könnte den Ausschlag für die Schweizerin im Kampf um den Sieg im Gesamtweltcup geben. Oder aber es ist eiskalte Berechnung? Nach ihrem schwächeren Abschneiden in Vallnord hat Courtney beim anschließenden Wettkampf in Les Gets einen Doppelsieg gefeiert. Die Vorbereitung auf Val di Sole verbrachte sie in Italien. Die Reisestrapazen hat sie sich erspart, dafür intensiv trainiert. Sollte Courtney bewusst zu wenig Regeneration eingeplant haben, um für die verbleibenden drei Events in Topform zu sein, hat sie alles richtig gemacht. Den ersten Aufschluss gibt es am kommenden Wochenende in Lenzerheide in der Schweiz – dem Heimatland von Neff.

Jolanda Neff ist ready für Race in der Heimat.

Schweizer Athleten sind bereit für den Heimweltcup:

Die Athleten aus der Schweiz feierten in Val di Sole eine gelungene Generalprobe für ihr Heimrennen in Lenzerheide. Jolanda Neff und Sina Frei fuhren im Short-Track-Rennen einen Doppelsieg ein. Beim Short-Track-Rennen der Männer erreichten mit Nino Schurter, Mathias Flückiger, Reto Indergand und Florian Vogel vier Eidgenossen die Top 10. Selbst im Downhill-Rennen der Frauen Elite landeten zwei Schweizerinnen auf dem Podest – Camille Balanche wurde Dritte und Emilie Siegenthaler Fünfte. Im olympischen Cross-Country-Wettbewerb musste sich Neff im Zielsprint um den Tagessieg hauchzart geschlagen geben und bei den Männern belegten Mathias Flückiger und Nino Schurter die Plätze zwei und drei. Die Schweizer sind also nicht nur gut gerüstet, sondern durch knappe Ergebnisse angestachelt noch besser abzuschneiden. 

Rider: Mathias Flueckiger

Du hast die unglaubliche Action vom Weltcup in Val di Sole verpasst? Keine Sorge! Alle Replays und alle Highlights des Mercedes-Benz UCI Mountain Bike World Cup 2019 mit deutschem, englischem, italienischem, portugiesischem und spanischen Kommentar gibt es on-demand jederzeit und überall verfügbar – nur auf Red Bull TV!

Mehr zum bevorstehenden Worldcup in der Lenzerheide findest du hier.

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